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Herman Melville Übersetzt von Rudolph Garrigue: Vier Monate auf den Marquesas-Inseln oder ein Blick auf Polynesisches Leben
1. Theil

daß man die Packete nach Gefallen hinauf ziehen oder herablassen konnte.

Gegen die entferntere Wand des Hauses waren in geschmackvoller Anordnung eine Menge von Speeren und Wurfspießen aufgestellt, so wie andere zur Kriegskunst der Wilden gehörige Geräthschaften. Außen vor der Wohnung in der verrandaartigen Vorhalle war eine Art von Verschlag, der als Speise- und Vorrathskammer diente und eine Menge Sachen zu häuslichem Nutzen und Vergnügen enthielt. Einige Ellen vor dem „Pi-Pi“ war ein großer Verschlag von Cocosstämmen, in welchem der „Poee-Poee“ bereitet und alle Küchengeschäfte besorgt wurden.

So war das Haus und die Nebengebäude, und man muß gestehen, daß eine bequemere und dem Klima angemessenere Wohnung nicht wol hätte erdacht werden können. Sie war kühl, der frischen Luft zugänglich, sehr reinlich und über die Feuchtigkeit des Bodens erhoben.

Jetzt will ich seine Bewohner schildern, und nehme den Vorrang für meinen geprüften Diener Kory-Kory in Anspruch. Da sein Charakter nach und nach in meiner Erzählung gezeichnet werden wird, so beschränke ich mich hier auf eine Beschreibung seiner äußern Erscheinung. Kory-Kory war, obgleich der ergebenste und gutmüthigste Diener von der Welt, von einer förmlich widerlichen Häßlichkeit. Er war etwa fünfundzwanzig Jahre alt, sechs Fuß groß

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Herman Melville Übersetzt von Rudolph Garrigue: Vier Monate auf den Marquesas-Inseln oder ein Blick auf Polynesisches Leben, 1. Theil. Gustav Mayer, Leipzig 1847, Seite 160. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Melville-Vier_Monate_auf_den_Marquesas-Inseln._Teil_1.djvu/170&oldid=- (Version vom 1.8.2018)