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wohnhaft, auf eine wahrhaft unverschämte Weise dem Fränkischen Publicum mit seiner Kunst aufzudringen sucht. Man muß die Prahlereyen und ohne alles wahre Verständniß der Schrift in den Tag hinein mit biblischen Sprüchen verbrämten Behauptungen selbst lesen, um sich zu überzeugen, daß noch im Jahre 1791 dergleichen Volksbetrüger öffentlich geduldet werden. Jetzo spectakelt dieser Johann Abell, Operateur, Oculist, Stein- und Bruch-Schneider, zu Schwebheim, einem Rittergute der Freyherren von Bibra, eine Stunde von Schweinfurt, und sucht von da aus die Wirzburgischen Aemter Gerolzhofen, Volkach, Klingenberg, das gräfl. Schönbornische, die beyden Reichsdörfer Sennfeld und Gochsheim, und die Reichsstadt Schweinfurt zu besteuern. In letzterer gelang es seinen mit Zetteln versehenen Emissarien übel; sie wurden von den Policeydienern ergriffen, und zur Stadt hinausgewiesen. Unbegreiflich ist mirs, daß die Herren von Bibra in ihren Gerichten solchen Unfug leiden mögen. Bekannt muß es ihnen seyn: denn der Johann Abell gab ja vor und nach den Osterfeyertagen auf seiner hölzernen Boutike in Begleitung seines Hanswurst über 14 Tage lang öffentliche – er nennts –

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Anonym: Medicinische Charlatans in Franken in: Journal von und für Franken, Band 2. Raw, Nürnberg 1791, Seite 595. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Medicinische_Charlatans_in_Franken.pdf/6&oldid=- (Version vom 1.8.2018)