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Fredrika Bremer: Die Heimath in der neuen Welt, Dritter Band

der aus Afrika eingeführt wird, und da drückt sie die Augen zu, ja sie soll den Handel sogar begünstigen.

Ach daß dieses irdische Paradies so von der alten Schlange vergiftet sein muß!




Serro, den 10. Februar.  

Seit drei Tagen befinde ich mich in einer ländlichen Wohnung, in einem kleinen Dorfe oder Marktflecken Serro, ein paar Meilen von Havannah, bei einer deutschamerikanischen Familie Schneidler, die mich freundlich auf einige Tage eingeladen hat, damit ich, wie ich so sehr wünschte, mit dem Land und mit dem ganz nahe an ihrem Haus gelegenen schönen Garten des Bischofs Bekanntschaft machen könnte. Ich habe ein neugebautes Häuschen, bestehend aus zwei luftigen Zimmern, für mich allein. Unter dem Fenster meines Schlafzimmers steht eine kleine Gruppe üppiger Bananasbäume mit schönen Früchten und sammtweichen, hellgrünen, ellenbreiten Blättern, die im Winde wogen, und unmittelbar vor dieser Gruppe braust ein kleiner Bergstrom. Jenseits unseres Gärtchens und ihm gegenüber erblicke ich innerhalb einer blauangestrichenen Mauer auf einem Hügel Gruppen von herrlichen Cocospalmen, Pappeln und Bambusbäumen; unter ihnen springt in prächtigem Marmorbassin eine Wasserkunst. Das ganze Dorf besteht aus Gärten und kleinen Häusern, und außerhalb derselben liegen weite Felder, überdeckt von Königs- und Cocospalmen,

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Fredrika Bremer: Die Heimath in der neuen Welt, Dritter Band. Franckh, Stuttgart 1854, Seite 84. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Heimath_in_der_neuen_Welt,_Dritter_Band.djvu/102&oldid=- (Version vom 14.9.2022)