Textdaten
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Autor:
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Titel: Seevögelfang
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 30, S. 505, 516
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[505]

Seevögelfang.
Nach einer Originalzeichnung von A. Richter.

[516] Seevögelfang. (Zu dem Bilde S. 505.) Zu den wunderbarsten Erscheinnugen des Vogellebens in der Natur gehören die Riesenansammlungen der gefiederten Scharen auf den Felsenklippen der nördlichen Meere. Man nennt sie „Vogelberge“ und die Leser der „Gartenlaube“ kennen sie aus den meisterhaften Schilderungen E. A. Brehms, die im Jahrgang 1889 unserer Zeitschrift veröffentlicht wurden. Diese Vogelberge sind für die Bewohner des Nordens eine Quelle des Lebensunterhalts und werden alljährlich „abgeerntet“. Der Nutzen, den die verschiedenen Arten der auf den Klippen nistenden Seevögel bringen, ist ein mannigfacher. Der „dummen Lumme“ werden ihre Eier und Jungen geraubt; erstere versendet man weit, letztere werden eingepökelt und für den Winter aufbewahrt. Die verschiedenen Mövenarten liefern Eier, Fleisch und Federn. Die köstlichste Ausbeute bietet die Eiderente, deren Dunen die weichsten und schönsten, dafür aber auch die theuersten Bettfedern geben. Viele der zarten Weiblein und Männlein, die sich in kalter Winternacht mit einem wirklich federleichten Bett von Eiderdunen zudecken, denken kaum daran, wie diese Federn im hohen Norden erbeutet wurden.

Ein Blick auf unser Bild wird sie darüber belehren. Die Eiderenten sind zwar zur Zeit, da sie nisten, wenig menschenscheu und die Alten lassen sich sogar vom Neste wegnehmen; aber ihre Nistplätze sind nicht immer leicht zu erreichen. Sie kleben förmlich an schier unzugänglichen Felsen, und noch mehr ist dies bei anderen Seevögeln, namentlich bei den Lummen der Fall. Aber auch dort sind sie vor den Nachstellungen des Menschen nicht sicher. In Ländern, welche mit Vogelbergen gesegnet sind, namentlich aber auf den Faröern, giebt es eine besondere Art von Vogelfängern, tollkühnen Männern, denen keine Klippe zu steil, kein Abgrund zu tief ist, wo ihnen Beute entgegenwinkt. Mit Lebensgefahr erklimmen sie die steilen Felsen oder lassen sich an Seilen an den senkrechten Wänden hinab. Treue Gefährten halten am Rande des Abgrunds das Seil. Da ist jeder Muskel, jeder Nerv gespannt, ein Fehltritt und ein Fehlgriff bei dieser halsbrecherischen Arbeit bedeuten den Tod und selten stirbt auch einer dieser Vogelfänger im Bette daheim im Kreise seiner Lieben. *