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Textdaten
Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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Titel: Remstal (WS)
Untertitel:
aus: Aus einer Reise in die Schweiz über Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart und Tübingen, in: Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand Bd. 43, 1833, S. 235
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1797
Erscheinungsdatum: 1833
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen 1833
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Originalherkunft:
Quelle: Google Book Search und Scan auf Commons
Kurzbeschreibung: Aus dem Tagebuch der Schweizerreise 1797
Siehe auch Schwäbisch Gmünd, Aalen
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Donnerstag, den 2 November.

Morgens 5 Uhr von Stuttgart abgefahren auf der Straße nach Nürnberg. Bei Kannstadt, wo wir über den Neckar gingen, und später bei Waiblingen, trafen wir eine große Anzahl Wägen und Mehlfässer. Der Weg ging den ganzen Tag sehr angenehm an Hügeln vorbei und über Flächen mit Wiesen, Frucht- und Wein-Bau. Wir kamen durch manchen anmuthig gelegenen Ort und erreichten Abends Gmünd, die freie Reichsstadt an der Rems, mit grünen Matten und Gärten umgeben. Die Stadt hat zwey Wälle und manche sehr alte Häuser. Wir logirten in der Post.


Freitag, den 3 November.

Früh 6 Uhr aus Gmünd. Vor der Stadt große Wagenburg und Geschütz. Mittags in Aalen, wo wir schöne Mädchen sahen. Hinter Buch geht der Weg aufwärts nach Schwabsberg, wo man Ellwangen vor sich auf der Höhe sieht und die Jaxt unten im Thale fließt. Nachts in Ellwangen.


Anmerkungen (Wikisource)

Der E-Text bei zeno.org nach Goethes Werke. Weimarer Ausgabe, III. Abteilung, Bd. 2, Weimar 1988 S. 190f. Google weicht erheblich ab (Ursprungsfassung):

„Donnerstag, den 2ten. Früh 5 Uhr von Stuttgart nach Canstadt über den Neckar. Nach Feldbach und Waiblingen. Bei Canstadt große Anzahl Mehlfässer und Wägen, desgleichen auch bei Waiblingen. Allee von Fruchtbäumen, schöner Feldbau, durch Endersbach und Heppach. Die Rems fließt durch. Frucht und Weinbau. Geradstetten, Hebsack, Winterbach, Schorndorf. Feldbau auf schöner Fläche. Wiesen und Weinbau. Saat und Brachfelder Wechseln sehr mannigfaltig. Plüdershausen. Feldbau geht fort bis Lorch. Nahe dabei liegt ein Kloster auf einem sanft aufsteigenden kleinen Berge. Man kommt über die Gränze des Wirtenbergischen Landes. Gmünd, eine freie Reichsstadt an der Rems, mit grünen Matten und Gärten umgeben. Die Stadt hat zwei Wälle, in der Vorstadt Mist. Sehr altgebaute Häuser. Logirten in der Post.

[191] Freytag, den 3ten November.

Früh 6 Uhr aus Gmünd, große Wagenburg und Geschütz vor der Stadt. Hussenhofen, Thal, auf beiden Seiten mit Wald eingeschlossen. Das Thal wird flächer; man kommt nach Böbingen, über Mögglingen nach Aalen. Schöne Mädchen. Uhr mit einem Tobaksraucher. Chaussee mit Schlacken. Hoher Ofen. Wasseralfingen links. Stieg. Fruchtbar Land auf beiden Seiten. Leidensgeschichte. Ort in der Tiefe, gelber weicher Kalkstein an der Chaussee. Fruchtbare Höhen fahren fort, einzelne Eichen, Fichtenwald; man kommt nach Buch über eine Höhe nach Schwabsberg; man sieht Ellwangen vor sich auf der Höhe. Die Jaxt fließt unten im Thal.“

In Goethes Werken erscheint Schwäbisch Gmünd dreimal mit seinem geringhaltigen Silber:

„die schlechteste Scheidemünze, ja das Gemünder Silber selbst mag passieren“

„Bist Du Gmündisches Silber, so fürchte den schwarzen Probirstein!
Kotzebue, sage, warum hast du nach Rom dich verfügt?“

„So ist von Quedlinburg auch der
Falschmünzer hoch zu preisen:
Gemünder Silber präget er,
Uns Schrot und Korn zu weisen“