Schwarzwälder Forellen

Textdaten
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Autor: Jakob Josef Hoffmann
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Titel: Schwarzwälder Forellen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 38, S. 644–647
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Schwarzwälder Forellen.

Von J. J. Hoffmann. Mit Illustrationen von P. Bauer.

Sie wünschen? fragt der Ochsenwirt von Schapbach eine mit der Frühpost bei ihm angekommene Gesellschaft von Sommerfrischlern, welche ach für eiuige Dage bei ihm zu Gast gemeldet hatte.

„Zunächst eine kleine Stärkung, Weiu mit etwas kaltem Auf. schuitt, zum Mittagstisch jedoch eine tüchtige Portiou frischer Bach. sorelleu. Sie haben doch welche?“

„Gewiß,“ entgegnet der Wirt, „Forellen stehen dem Herrn Professor nach Belieben zur Verfügung, meiu Vorrat wirb käg. lich erneuert.“

„Nun, das ist so köstlich, da werbeu wir von dem verlockeu. deu Anerbieten wohl ansgiebig Gebrauch machen, nicht wahr, meine Lieben?“ und dabei wasdte sich der Herr Professor zu einigen neben ihm stehenden Damen, welche ach uuterdeffeu neugierig in der großeu Gastswbe umgefeheu uud verwuudert balb die ge. täfelte Decke uud die merk. würdigen Vögel riugs an deu uiederu Wäudeu bewachtet hatteu.

Der Professor war ein uamhafter Gelehrter eiuer Hochschule, der alljährlich mit Frau uud Döchteru eiueu Deil der Ferieu in irgeud einem schönen uud falleu Fleckcheu des Schwarzwal. des zu verbriugen pflegte ^ heuer aber erftmals ius lieb. reizeude Schapbacherthal ge. kommeu war.

„Wenn der Herr Pro. fessor vielleicht felbft Lieb. haber vom Augelu wäreu,“ waubte ach der Ochseuwirt wieder zuvorkommeud an sei. ueu Gast, „ich habe eigene Fischerei und —.“

„Danke freundlichst,“ entgegnete bieser; „dieser Sport zählt gerabe nicht zn meinen Liebhabereien doch, wenn meine Töchter bem Vergnügen ihre freie Zeit widmen wollen - nun, wie meint Ihr, Meta und Ella?“

„Ach, Papa, das. wäre herrlich!“

„Gut, gut!“ wehrte der Professor weiteren Freudeuausbrüchen.

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Aufbruch zum Fang mit dem Handnetz.

Dann zogen sich die Gäste auf ihre Zimmer zurück, um ach für die Dauer ihres Aufenthalts einzurichten.

Au der Mittagstafel uahmeu auch noch audere Fremde teil, und balb eutspauu ach eine lebhafte. Uuterhaltung über die ver. schiedeueu Artemdes Forelleufanges im Schwarzwald.

„Nach meinem Dafürhalten ist die Angelascherei, wie solche^ nach dem jetzigen.Syftem faft allerwärts betrieben und namentlich vom bayrischen Fischereiverein mach Wilhelm Vischosfs Anleitung. empfohlen wirb, allen anbern Methoben vorzuziehen,“ behauptete Mister Macbonald.

„Sie mag wohl mauches für sich habeu,“ entgegnete bem gegenüber Forstrat Lauterbach, „immerhin aber ist die Augel. ascherei bochwur gewissermaßen ein Sport, eine Art Liebhaberei, uud wenn uuser Herr Gastgeber bei Eruenermug seiner Forellen. bestäube ausschließlich aus die Augel angewiesen wäre, so würbe nnsere Dasel in diesem Artikel ost sehr dürftig beftellt feiu, uicht wahr, Herr Ochfeuwirt?“

„Ganz richtig, Herr Forstrat,“ bestätigte der Gefragte, „auch würden unsere Fischpächter mit der Angelfischerei nur schwer zu ihrer Rechnung gelangen. Dies wissen dieselben recht wohl. Deshalb überlassen unsere einheimischen Fischer dieses Vergnügen den Fremden und verlegen sich hauptsächlich aus die sogenannte Raubfischerei. Dies füllt die Legel, die Fischtonne, und versorgt die Abnehmer jederzeit mit dem notwendigen Bedarf.“

„Wie? Raubfischerei?“ riefen betroffen etliche Stimmen zugleich aus der Tafelrunde. „Das wäre ja fast nicht glaublich!“ „Die Sache verhält sich ganz und gar nicht so schlimm, als die Herrschaften annehmen“ entgegnete nat srennblichem Lächeln der Forstrat, uud von ,raubew in schlimmerem Sinne ist babei gar keine Rede. Es ist viel. mehr ein Massensang mit Hilse verschiedenartiger, netz. sörmigerGeräte. Auch hierbei uuterscheidet der Schwarz. wälder ein doppeltes Ver. fahreu. Hat er sosort eine Bestellung auszuführen, so bedient er sich beim Fange der sogenannten Watte ober des Hanbnetzes. Man nennt bas sacksörmige anzweiStä. ben angebrachte Netz anch Hamen. Hat aber der Fischer znrLieserung genügenb Frist, so macht er sich's bei biesem Geschäste etwas beanemer, er wenbet die Legnetze, bie sogenannten Renseu an unb läßt die Forelleu von selber ins Garu schwimmen.

„Ach, das ist ja sehr iuteressaut,“ erwiberte da die Frau Professor, und zum Gastwirt gewaubt, setzte ae uoch hiuzm „würbe sich uicht etwa Gelegenheit bieten, ei. nem solchen Fang beiwohnen zu können?“

„Gewiß,“ gab berOchfen. wirckzurAutwora, ,,bieWatt. sischerei kann zu jeber Dages. zeit vorgeuommeu werben, weuu ach die Herrschasten so sehr basür interessieren, witt ich gleich heute uachmittag eiuWattsischeuveraustalten. ,, Bravo! Angenommen, Herr Ochsenwirt! schallte es zuftimmeub.

Währeub ach die Dafelgefellschaft noch über das bevorftehenbe Vergnügen nuterhielt, schickte der Wirt einen seiner Jungen zunt Mülleraubres im Unterthal mit dem Auftrag, sich mit feinen Leuten nach ^ Uhr am Schappeuwehr eiuzuaubeu.

Mehr braucht man dem Mülleraubres nicht zu fageu, benn er weiß bann schon, um was es sich hanbeU. Mit emager Ge. schäftigkeit rüftet auch fofort Lisbeth, die schmncke Fischermaib, bas erforderliche Gerät zufammeu, Toni, ihr Bruder, wirft seine Vücher, über deuen er sich gerabe gelaugweilt hat, etwas rascher als fouft in feiueu Schulranzen, und balb beaubeu sich Vater,. Tochter unb Bruber auf dem Wege zum Wehr.

Iugeubfrisch und heiter, wie der helle Souuenschein, schreitet Lisbeth, die Fischtonne über die Schulter gehäugt und die Waffer. kelle in der Hanb , ihren Begleiteru rüftig vorau , unb babei wällert sie ihr Liebchen, so sroh und verguügt, als wäre bie gauze Welt nur zu Lnst uud Freude geschasseu uud sie selbst barin bie Glücklichste.

Lisbeths muuterer Gesaug lockt auch alsbalb die Kurgäste im „Ochseu“ aus die Straße. Man schloß sich an und unter Sang [645] und Scherz in bester Erinnerung kam die Gesellschaft an der Bachschleuse an.

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Am Wehr.

Während es sich die Herren und Damen nach Möglichkeit am Uferrande bequem machen, füllt Lisbeth ihre Tonne zur Hälfte mit Wasser, indessen der Fischer und sein Sohn die Watte in stand setzen. Die Watte, womit der Fischer die Forelle einfangen will, ist ein sackartiges Netz und in der Weise an zwei Stäben angebracht, daß sich die Oeffnung zwischen denselben befindet. Durch Nähern oder Auseinanderhalten dieser Stäbe kann die Oeffnung nach Belieben verengert oder erweitert werden.

Nun ist es eine eigene Sache mit der Wattfischerei, sie erfordert viel Geschick und Umsicht. Die Fische haben eben auch ihren Instinkt und wittern die Gefahr, die ihnen nicht nur von den Menschen, sondern auch von Feinden aus dem Tierreich droht. Deshalb halten sie sich bei hellem Tage meist unter Steinen verborgen, wo sie, von außen ungesehen, stundenlang still stehen. Je nach der Form oder Lage des betreffenden Steines muß der Fischer das Netz so vor den Schlupfwinkel bringen, daß es eine Art Trichter bildet. Durch eine zweite Person – hier in unserm Fall des Fischers Sohn – wird dann die Forelle entweder durch einen Stock oder mit den Händen in das Netz gescheucht. All diese Kunstgriffe sind nun dem Müller-andres längst kein Geheimnis mehr. Toni aber, der sich bei dieser Fangweise oft gar wichtig zu machen sucht, zeigt sich bei seiner Hantierung manchmal etwas übereifrig. So auch diesmal. Durch eine ungeschickte Bewegung hat er wider Willen dem bedrängten Fische zur Freiheit verholfen, und nun schneidet er über seine Heldenthat ein gar drolliges Gesicht, während sich Lisbeth in neckischer Weise über den armen Schelm lustig macht. Ein strenger Blick des Vaters rust Toni aber wieder zur Sache. Dort unter jenem runden Steine hat der Flüchtling Unterschlupf gesucht, und jetzt heißt es aufgepaßt, daß er nicht ein zweites Mal dem Netze entwischt.

Vorsichtshalber legt Toni seinen Stock beiseite und greift diesmal mit den Händen zu, und richtig – ein kunstgerechter Griff, und die Forelle schießt wie erwünscht dem Vater ins vorgehaltene Garn. Triumphierend hält drauf Toni den schnalzenden Fisch in die Höhe. Es ist ein Prachtexemplar von bereits 11/2 Pfund. Dann trägt er den Gefangenen eilig zu Lisbeth, welche schon die Tonne zu dessen Aufnahme bereit gestellt hat. Höchst mißvergnügt schießt die Forelle im engen Behälter umher, wird aber zusehends ruhiger, als einige frische Wassergüsse aus der Kelle ihren Rücken kitzeln.

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Fang mit dem Handnetz.

Während darauf Vater und Sohn ihr Geschäft mit günstigem Erfolge fortsetzen, versammeln sich die Kurgäste bei Lisbeth, um den schönen Fisch und dessen anmutige Bewegungen zu bewundern. Immer frische Gefangene bringt Toni herbei, einmal sogar zwei zugleich. Das Getriebe und Gezappel in der Tonne wird immer lebhafter und bewegter, so daß die Damen sich daran kaum satt sehen können. Endlich, nachdem so ziemlich das ganze Wehr abgesucht war, hielt der Fischer den Fang für genügend, denn ein paar Dutzend stattliche Forellen waren in der Tonne beisammen. Die Gesellschaft rüstete sich jetzt zum Heimgang. Lisbeth und Toni stritten sich zunächst darum, wer die Fische tragen dürfe. Inzwischen nahm aber der Vater die Last selbst auf den Rücken, während die Geschwister die Geräte zu tragen bekamen.

Vor dem Brunnengehäuse im Hofe des Ochsenwirts, im Fischweiher, wurde die Tonne ihres lebenden Inhaltes wieder entleert. Zehn der schönsten Fische aber wurden für den Abendtisch zurückbehalten.

Drinnen in der Wirtsstube fand sich die Gesellschaft wieder [646] zum Vesperimbiß zusammen. Auch der Fischer mit den Seinen mußte an der Tafel Platz nehmen.

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Das Ausnehmen am Morgen.

Die Unterhaltung drehte sich natürlich um Fischerei und da der Müllerandres für den Rest des Tages nicht wohl mehr eine andere Beschäftigung in Angriff nehmen konnte, beschloß man, auf den Abend auch noch die andere Art des Forellenfanges praktisch kennenzulernen, die Fischerei mit Reusen oder Legnetzen. Diese Reusen sind länglich runde, um Reifen maschig geflochtene Körbe und so eingerichtet, daß die Fische durch die große Mündung hinein, aber nicht wieder heraus können, sie werden entweder durch Pfähle festgehalten oder durch Steine beschwert, an den geeigneten Stellen im Wasser versenkt. Meistens sind sie aus Holzreifen und Garn, manchmal aber auch aus Draht und Weiden hergestellt. Das Auslegen derselben geschieht bei Eintritt der Dunkelheit, da die Forellen im Sommer bei Nacht den Bach aufwärts wandern.


Nach der Verabredung mit dem Fischer sollten heute an zwei Stellen solche Reusen ausgelegt werden, und zwar im Prozeßbächle, hinten im Zinken Holdersbach, und dann im Wolfbach, unmittelbar bei der untern Mühle. Letzteres war der nähere Platz, und dahin begab sich auch die Gesellschaft vor Anbruch der Dämmerung. Ganz wie zufällig hatte sich auch der Fischer von Seebach eingefunden, und jetzt konnte es nicht fehlen, denn der „Seebenfischer“ gilt in der Fischerzunft für eine Autorität, deren Rat selbst der Müllerandres nicht zu verachten pflegt.

An Ort und Stelle wurde nun unter des Seebenfischers Anleitung zunächst mittels der verfügbaren Steine quer durch den Bach eine Art Damm hergestellt, in dem man aber einige Lücken ließ, durch welche die wandernden Fische den Oberlauf passieren könnten. Gerade bei diesen Lücken aber versenkten dann die Fischer die Reusen als Fallen für die Forellen, die beim Aufwärtsschwimmen dem Fischer nun geradeswegs ins Netz gehen mußten.

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Das Legen der Netze am Abend.


„Aber das ist doch gar zu hinterlistig, wie den lieben armen Tierchen da mitgespielt wird,“ meinte mitleidig Fräulein Ella.

„Ja, Fräulein Mamsell,“ entgegnete jedoch der weniger empfindsame Müllerandres, „deswegen sind’s halt Fisch!“

„Und wie lange bleiben diese Reusen eigentlich hier liegen?“ fragte Meta.

„Bis vor Tagesanbruch,“ antwortete der Seebenfischer; „dann nimmt man die Gefangenen heraus und legt die Reusen in entgegengesetzter Richtung wieder an dieselben Stellen, damit auch von den bachabwärts wandernden Forellen wiederum ein Teil uns zur Beute werde.“

„Bei solchem Raubsystem muß doch natürlicherweise eine starke Abnahme des Fischbestandes eintreten,“ bemerkte Mister Macdonald, indem er rückhaltlos seine Mißbilligung zu erkennen gab.

„Dies ist durchaus nicht der Fall,“ entgegnete der Seebenfischer, „einmal vermehren sich die Forellen ohnedies sehr stark, sodann ist jeder Fischpächter gesetzlich angehalten, alljährlich einige tausend Brütlinge auf seiner Strecke einzusetzen, von denen freilich eine namhafte Anzahl den größeren zur Nahrung dient, denn die Forelle ist eben ein Raubfisch. Uebrigens währt die Forellenfischerei auch nicht das ganze Jahr über, sondern es besteht eine dreimonatige Schonzeit, vom 10. Oktober bis 10. Januar, während welcher Forellen weder gefangen noch feilgeboten werden dürfen.“

Eher als die Zuschauer erwartet hatten, waren die Fischer mit dem Auslegen der Reusen fertig geworden. Von einem weiteren Besuch am Holdersbach wurde für heute Abstand genommen.

Das Einbringen der nächtlicherweile gefangenen Fische besorgten andern Tags zu früher Morgenstunde der Müllerandres und sein Sohn allein.

Es ist dies immer ein Kapitalvergnügen für den Toni, zumal wenn der Fang gut ausgefallen ist.

Behutsam wird dann eine Reuse nach der andern aus dem Wasser gehoben und die gefangenen Fische werden durch ein im Bauche des Korbes befindliches Thürchen herausgenommen. Hat der Fischer einen größern Austrag auszuführen, so legt er, wie bereits angedeutet, die Reusen an die andere Seite der Durchlaßstellen des Dammes, um auch von den bei Tag bachabwärts wandernden Fischen sich ebenfalls seinen Teil zu holen.

Die Kurgäste im „Ochsen“ saßen noch beim Frühstück, als Lisbeth die mit den Reusen eingefangenen Forellen herbeibrachte und sofort im Fischweiher den Tags zuvor gefangenen beigesellte.

Neugierig drängte man sich hinzu, um sich, wie unser Bild S. 629 zeigt, an dem Geplätscher der behenden Tiere zu erfreuen. Da erscholl Peitschenknall von der Thalstraße her. Ein leichtes Gefährt mit einem großen Faß kam vom Dorfe herunter und hielt unmittelbar vor des Ochsenwirts Brunnen.

[647] Der Neuangekommene war der Fischhändler Huber von Haslach. Er hatte drüben im Kaltbrmnn einen größeren Vorrat von Forellen geladen und war früh morgens von dort aufgebrochen, unn vor Eintritt der heißen Dageszeit mit .feiner feuchten Laß noch 'zu Hanfe einzutreffen. Vis er dies Ziel aber erreicht, muß er noch eine bedeutende Strecke zurücklegen. Ein so weiter Transport ift aber den Forellen, welche an fraches, fließendes Waffer gewöhnt sind, nicht znträglich, das Wasser muß des. halb von Zeit zu Zeit ernenert werden. Wie der Fischhändler dies bewerkstelligt, hat der Maler auf unserem nebenstehenden Vilde so anschaulich nnd mawrgetreu darge. stellt, daß eine wer. tere Erklärung nicht notwendig ift. Rur was man auf der Il. luftration nicht fehen kann, möge hier noch kurz erläntert werden. Während nämlich das Faß von oben mit frischem Waffer ge. füllt wird, muß das matt und unbranch. bar gewordene durch einen Ablaß entfernt werden. Dabei hat aber der Fischhändler große Vorsicht zu beobachten, denn dem offenen Spundloch würden sich die Forellen fofort nähern und den Abslnß dadurch verstopfen. Deshalb treibt er ein keilförmiges Stück Holz in das Spnndloch ein, so daß die Fache nicht numittelbar vor die Oeffnung gelaugen können.

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Forellenhändler am Dorfbrunnen.

Die Aufmerksamkeit der Kurgäste wendete sich nun ansschließlich dem Fischhändler und seiner Hantiernug zu. Und in der Dhat, der kraftstrotzende Mann verdient vollanf das Intereffe, welches ihm namentlich von den Damen zngewendet wnrde, als der Ochfeu. wirt sie im Vertraueu versicherte, daß die Lebeusgeschichte des Händlers wohl Stoß zu eiuem kleiueu Romau gebe. Und dem allgemeiueu Dräugen germ uachgebeud, erzählte er, wie der Mann als bescheidener aber intelligenter Schulgehilfe eiues beuachbarteu

Schwarzwalddörf. chens einen Deil fei. ner Mnßefwnden der Forellenßscherei wid. mete. Regelmäßig brachte er seine Ans. bente nach Haslach. Eines Dages aber gelang dem jungen Mann ein g anz außer. ordeutlicherFaug.Iu seiuem Retze hielt er - einen Goldßsch? Rein, aber das Herz

der bildhübschen Dochter des reichen Fischhändlers. Da aber eine schöne Fi. scherin ohneHerz nicht leben kann, so schenkte sie dem kühnen Fischer zn dem gefangenen Herz ihre Hand nnd der Vater dazu feiuen Segen. Der solcher. maßen beglückte Schnlgehilse hiug uuu den Vaknlns an den Ragel und übernahm das Geschäft feines Schwiegervaters. Und wer in Haslach die freundliche Fischhändlerin gesehen, hat auch sofort die Ueberzengung gewonnen, daß diefelbe ihre Wahl noch nie bereut hat, trotzdem sie gleich der Forelle ihrer schöuen Heimat eine Veute des „Raubfischers“ geworden ist.