Textdaten
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Autor: Max Hoffmann
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Titel: Satans List
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 192–193
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
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[192]

Satans List.

Eh’ Luthers geistgewalt’ge Waffen
Die neue Zeit der Welt geschaffen,
Geschah’s, dass Satan zur Erde kam.
Und als in Augenschein er nahm

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So Burg und Dorf, so Stadt und Land,

Er freudig viele Sünde fand . . .
Nun kam er einst in eine Stadt,
Daselbst vernahm er gross Gechrei,
Die Leute riefen: Grosses sei

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Erfunden, das nichts Gleiches hat.

Und als er hinschaut’, sah er bald:
Ein Mann, gar würdig von Gestalt,
Verstand das Wort ins Buch zu bannen,
Das tausendfach es zog von dannen.

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Hans Gutenberg, so hiess der hehre,

Des deutschen Namens schönste Ehre.
Nun braucht nicht mehr in enger Zelle
Der Mönch die Jahre durch zu sitzen,

[193]

Nicht langsam malend mehr zu schwitzen,

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Und selber zu des Aermsten Schwelle

Dringt rasch des Geistes frische Welle.
Darob war Satan sehr betrübt
Und hätt’ gern Gegenlist geübt . . .
Er sann viel’ Jahre schwer und tief;

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Nach langem Sinnen aber rief

Er lustig: »Ha! Das ist nicht schief!
Ich schlag’ sie mit den eig’nen Waffen,
Die grübelnden Erfinder-Laffen!
Ich mach’ durch ihre eig’ne Kunst

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Ihnen einen grossen Dunst;

Ich will sie dadurch ganz verwirren,
Dass ihre Köpfe grausig schwirren.«
Und sieh! Mit höllischer Begleitung
Schuf er im Nu: Die erste Zeitung!

Max Hoffmann.