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Rudolf von Gottschall (Die Gartenlaube 1893/39)

Textdaten
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Autor:
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Titel: Rudolf von Gottschall
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 39, S. 666
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[667]
Die Gartenlaube (1893) b 667.jpg

Rudolf von Gottschall.
Nach einer Photographie von Georg Brokesch in Leipzig.



[666] Rudolf von Gottschall. (Mit Bildniß S. 637.) Ein Dichter und Schriftsteller von seltener Vielseitigkeit feiert am 30. September d. J. seinen siebzigsten Geburtstag, ein Mann, den eine bewegte Zeit frühe zu litterarischem Ruhme emportrug und dem dann die schwere Aufgabe zufiel, diesen Ruhm ein langes Leben hindurch zu wahren: Rudolf von Gottschall. Und man darf sagen: die Lösung jener schweren Aufgabe ist ihm gelungen. Heute noch, da fünfzig Jahre vorüber sind, seit ein freiheitsdurstiges Volk seinen „Liedern der Gegenwart“ und seinen „Censurflüchtlingen“ mit Begeisterung zujubelte, heute noch weiß er in seinen Liedern und Gesängen Töne anzuschlagen, die ihren Widerhall finden in dem Herzen der Nation; der Dramatiker Gottschall hat die deutsche Bühne mit werthvollen Dichtungen bereichert - wir erinnern nur an seine „Katharina Howard“ und an sein Lustspiel „Pitt und Fox“; Gottschall als Erzähler hat mit manchem guten Roman einen weiten Leserkreis erfreut; als Kritiker wie als Geschichtschreiber der Litteraturperiode, die er selbst erlebt, ist er vielen zum geistigen Führer geworden. Stets hat es auch die „Gartenlaube“ sich zur Ehre gerechnet, wenn sie seiner klangvollen Stimme zum Sprachrohr dienen durfte, und viele seiner reifsten Gedichte sind in diesen Blättern erschienen, für die er auch sonst manchen gediegenen Beitrag geliefert hat. Wir dürfen es uns hier versagen, den Gang seines ereignißreichen Lebens im einzelnen zu verfolgen, da die berufene Feder des mit Gottschall nahe befreundeten Feodor von Wehl sein Werden und Wachsen im Jahrgang 1867 der „Gartenlaube“ eingehend dargestellt hat. Auch ist von Moritz Brasch ein Schriftchen im Buchhandel erschienen (Leipzig, Oskar Gottwald), welches über die äußeren Schicksale und über das litterarische Schaffen des Jubilars erschöpfende Auskunft giebt. Unter denen aber, welche Rudolfs von Gottschall an solch bedeutsamem Tage mit dem Ausdruck ihrer Verehrung und Hochschätzung nahen und ihm für den Rest seines reichen Lebens die besten Segenswünsche darbringen, darf und möchte die „Gartenlaube“ nicht fehlen.