Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Lehndorf

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Titel: Lehndorf
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aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 62–63
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: o.J. (1854–1861)
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung:
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Lehndorf


[62]
Lehndorf.


Als die Franken nach unsäglichen Anstrengungen die Slavischen Einwohner der Lausitz unter ihre Botmässigkeit gebracht hatten, mussten sie vor Allem daran denken, durch Erbauung fester Burgen und Thürme sich gegen etwaige Empörungen des gedemüthigten Volkes zu sichern, und so entstand nebst vielen anderen Festungen auch die Burg Camenz, auf welcher ein vom Kaiser eingesetzter Burggraf als Beherrscher eines nicht unbedeutenden Distrikts hauste. Dem Beispiele des Burggrafen folgten bald andere von ihm mit Ländereien und Unterthanen belehnte Vasallen welche die Slavischen Leibeigenen dazu verwendeten auf ihrem Grund und Boden feste, mit Wall und Graben umzogene Zwingburgen aufzuthürmen, in denen die strengen Herren von dem Schweisse der armen Fröhner bereichert ein üppiges Leben führten. Zu diesen Gütern, welche theils von Edelleuten theils aber nur von sogenannten Freien bewohnt wurden, gehörte auch Lehndorf, und der Lehnsmann welcher dort seinen Sitz hatte, war verpflichtet, dem Burggrafen von Camenz Vasallendienste zu leisten. Die Entstehung Lehnsdorfs fällt somit etwa in das elfte Jahrhundert. [63] Die frühesten Besitzer des Rittergutes sind nicht bekannt, erst im funfzehnten Jahrhundert werden als Herren auf Lehndorf die von Metzrad genannt, deren Geschlecht in dieser Gegend überhaupt bedeutende Besitzthümer hatte. Längst schon waren viele Vasallen der Burggrafen von Camenz von diesen unabhängig geworden, denn durch Vermächtnisse, Schenkungen, Verpfändungen und Verkäufe sank deren Macht und Besitz so tief, dass sich die einst so gewaltigen Dynasten schon 1318 entschliessen mussten, alle Ansprüche und Rechte an die Stadt Camenz dem Markgrafen Woldemar von Brandenburg zu verkaufen.

Borso von Camenz veräusserte endlich 1432 nicht nur sein Schloss zu Camenz mit allem Zubehör, sondern auch das in der Stadt ihm zustehende Freihaus, an den Rath zu Camenz und als er, der letzte seines Stammes, 1438 mit Tode abging fielen sämmtliche Lehen der Burggrafschaft dem Könige von Böhmen zu. Um diese Zeit gehörte Lehndorf bereits den Herren von Metzrad. Diese behielten das Gut lange Zeit, bis es im siebzehnten Jahrhundert an die Herren von Gersdorf kam, die es an das Kloster Marienstern veräusserten. Der jetzige Besitzer von Lehndorf ist Herr Richter. Eingepfarrt ist der Ort mit noch zwölf anderen Dörfern nach Uhyst am Taucher. Die meisten dieser Ortschaften, wobei auch Lehndorf, waren früher in die Nikolaikirche zu Bautzen eingekircht, als aber im dreissigjährigen Kriege dieses Gotteshaus zerstört wurde hielten sich die Bewohner der dahin gepfarrten Dörfer zu den ihnen am nächsten gelegenen Kirchen bis darüber eine Ordnung getroffen war.

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