Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Haselbrunn

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Titel: Haselbrunn
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aus: Voigtländischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 5, Seite 208
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
Auflage:
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Erscheinungsdatum: o. J. [1859]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
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Erscheinungsort: Leipzig
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Haselbrunn.


Nicht weit von Plauen an der Sächsisch-Bayerschen Eisenbahn jenseits des Steinsberges, 1/3 Stunde von der Stadt entfernt, liegt der Ort, welcher mit Reissig und mit Heidenreich gleichsam einen Ort bildet.

In nördlicher Nähe verbreitet sich ein ansehnliches Rathsholz, die Rosengräben, worüber in den 30ger Jahren ein grosser Prozess des Besitzer von Reissig, des Rechtscandidaten Wehner mit dem Rathe geführt wurde; im Süden giebt es Ziegel- und Kalköfen. Die nur mässig fruchtbare Flur von 1265 Fuss mittler Seehöhe zeigt, trotz ihrer Mannichfaltigkeit und der hübschen Aussicht nach dem Möschwitzer Elsterthale nicht eben viele Reitze.

Die Eisenbahn fällt hier bis zu 1205 Fuss herab und zu ihrem Bau wurden hier für etwa 6000 Thlr. Boden erkauft, davon 743 Thlr. dem städtischen Hospital, 1806 Thlr. der Bürgerschaft zufielen.

Noch aber blieben der Stadt 324 Acker mit 2323 Steuereinheiten.

Der aus Nordost kommende schwache Pietzschbach scheint mit seinem slawischen Namen eine übrigens unbekannte Entstehung zu verrathen. Piez bedeutet nämlich einen Ort, zu welchem eine Schmiede den Anfang gemacht hat.

Nach der verschiedenen Lage unterscheidet man ein Vorder- und ein Hinter-Haselbrunn. Das Ganze hatte 1834 erst 113 Seelen in 19 Häusern, deren 9 denen mit Reissig verbundenen, 6 den ursprünglich Neundörfer Antheil bildeten.

Seit dem October 1855 gehört die Gerichtsbarkeit ungetheilt dem Amte.

Wie Reissig, so gehörte derjenige Theil, dem die Rittergutsqualität beiwohnt, 1834 dem Stadtrathe zu Plauen.

Ursprünglich sind in Haselbrunn 2 Rittergüter gewesen, woraus später aus dem einen die Neundörfer Schäferei entstand.

Auf alle Fälle war auch Heidenreich ein besonderes Ritterlehn. Doch schweigen die Urkunden darüber.

Das eine von diesen Rittergütern hatte 1428 Hans Röder, das andere ein Herr von Reibold, später acquirirte der Stadtrath zu Plauen diese Güter, welcher davon wieder Theile abtrennte und verkaufte.

Die Rathsantheile an Haselbrunn mit Reissig bilden vereint mit dem Schwarz- und dem Comthurholze ein Ritterlehn, welches 1834 im Namen des Stadtraths der Bürgermeister Gottschaldt zugleich mit dem Ritter- und Stiftungsgute Raschau in Lehn nahm: nach der sonstigen Verfassung war es neuschriftsässig und landtagsfähig.

Der in der Nähe von Haselbrunn wohnende Pfaffenbauer hatte sonst bis zur Ablösung die Verpflichtung: im Herbst mit 2 Wagen die Zinsen für den Deutschordenshof zu Plauen aus allen betreffenden Dörfern zu sammeln; dabei genoss er Freiheit an allen Abgaben und anderweiten Lasten.

Dieses Einsammeln, wie das Comthurholz zeigt deutlich auf des deutschen Ordens ehemaligen Gutsbesitz zurück.