Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Zobes

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Titel: Zobes
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aus: Voigtländischer Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 5, Seite 207
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: o. J. [1859]
Verlag: Expedition des Ritterschaftlichen Album-Vereins
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Erscheinungsort: Leipzig
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Zobes


Auf der Strasse von Mühlberg und Falkenstein nach Trieb, Zschokau und Mechelgrün gelangt man, wenn man sich von Mechelgrün aus rechts wendet, auf den alten sorbischen Ort Zobes, ein Name, der mit Sabitz in Schlesien mit Sabiz an der Seve in Serbien gleich sein muss.

Es liegt nicht weit von Thosfell und 7/4 Stunden von Plauen am linken Ufer der Trieb, übrigens mit Wasch und Butterleuthen, mit Zschokau und Schönau reinend, in coupirter waldiger, abwechslungsreicher und mässig fruchtbarer Gegend. Die nächste Stadt, Treuen, ist 11/4 Stunden nordöstlich gelegen.

Es enthielt 1834 in 58 Häusern 311, 1858 aber in 75 Häusern 486 nach Altensalz eingepfarrte Bewohner, deren Zahl durch das Betriebsgewerbe für die nahen Städte bald gewachsen ist. Abgesondert liegen die Häusergruppen Butterleuthen (im Osten) und Siebensitz, dessen Namen man für gleich bedeutend hält mit Sebnitz oder Sebenitsch, der Stätte eines Hochgerichts. Der ausserdem unerklärlich bleibende Name kommt im Voigtlande öfter vor.

In Zobes selbst unterlagen 1834 dem Amte schon 18 Häuser und 2 in Siebensitz. Ferner eines mit beiderlei Gerichten dem Rittergute Neuensalz, 3 Häuser in Butterleuthen und ein Theil von Zobes bloss erbgerichtlich dem Rittergute Thosfell, der Rest mit beiderlei Gerichten dem hiesigen Gute.

Seit dem Mai 1856 ist der ganze Ort zum Gerichtsamte Plauen gekommen.

Das Rittergut gab 1802 nur 87 Consumenten, es versteuert auch bei einer nur wenig bedeutenden Oeconomie nur 1406 Einheiten und ist längst allodificirt.

Es ist aus dem Hauptgute Thosfell hervorgegangen.

In des 17. Jahrhunderts erster Hälfte hatten es die von Bünau: 1664 verstarb als Besitzer Wolf Joachim von Schönfeld, dem Ruppertsgrün und Thosfell gehörten. Dann kam es an die Familie von Beust. Im Jahre 1844 nahmen es die Erben des Herrn Amtshauptmann von Beust in Lehn, verkauften es aber bald nebst Neuensalz an Herrn Wilhelm Otto Seiler, welcher 1851 Mitglied der 2ten Ständekammer, sowie Inspector der von Ostenschen Waisenstiftung zu Plauen, endlich 1859 auch Director der allgemeinen Voigtländischen Kreiscasse durch ritterschaftliche Wahl geworden ist.

Ehemals hat man hier Eisenstein gegraben: jetzt ist die Gegend für Mineralogen intressant durch den Kalait oder den mineralischen Türkis, den man beim Chaussebau zwischen Thosfell und Neuensalz entdeckt und den man nicht mit dem occidentalischen, nur durch Versteinerung gewisser Fisch- und anderer Zähne entstandenen Türkis verwechseln darf. Bisher war dieser orientalische Türkis Kalait oder Apephit nur aus Persien bekannt. Er wird sehr theuer bezahlt.

Bei hiesiger Schule steht die Collatur nicht dem Gerichtsherrn, sondere der Gemeinde zu. Erst seit 1841 hat Zobes ein eigenes Schulhaus, worinnen einige 70 Kinder unterrichtet werden.

Früher hatte Zobes einen Kinderlehrer mit einer sogenannten Wandelschule und mehrmals misslungene Versuche gemacht, sich mit der Schule in Neuensalz zu verbinden.