Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Dürrhennersdorf

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Titel: Dürrhennersdorf
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aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 229–230
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Erscheinungsdatum: 1859
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
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Dürrhennersdorf
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Dürrhennersdorf.


1 Meile südlich von Löbau am Löbauer Wasser, im Thale von Bergen eingeschlossen gelegen. Unter diesen Bergen ist gegen Morgen der Hutberg, gegen Mittag der sogenannte Wunderlichsberg, gegen Abend der Fraumutterbusch und gegen Mitternacht der Kuhberg bemerkenswerth.

Die Namensentstehung und Ableitung Dürrhennersdorf ist nicht zu ermitteln, wenn man nicht annehmen will, dass man es zur Unterscheidung von Grosshennersdorf so genannt hat und so viel bezeichnen wollte, als Kleinhennersdorf.

Dürrhennersdorf hat ein Rittergut, welches lange Zeit nur aus Wirthschaftsgebäuden und Brennerei, ohne herrschaftliche Wohngebäude bestand, erst in neuerer Zeit ist ein solches Gebäude entstanden, welches ein nicht uninteressantes Bild gewährt.

Die früheren Besitzer haben sich nie hier aufgehalten.

Die Herren von Gersdorf, die uns zuerst als bekannte Besitzer genannt werden, lebten in Baruth. Drei Brüder, Christoph Kaspar und Rudolph besassen es bis 1619. Dann kam das Gut an Christoph von Luttitz, welcher es von 1619 bis 1628 besass, dem Wolf Abraham von Luttitz von 1628 bis 1637 folgte, um es seiner Wittwe Frau Katharina von Luttitz geb. von Rechenberg zu hinterlassen.

Von 1638 bis 1640 stand es unter der Vormundschaft des Benno von Luttitz auf Rossewitz und Jössnitz.

Im Jahre 1646 überkam den Besitz des Gutes Hanns von Luttitz auf Luga, dann die verwittwete Wolf Abraham von Luttitz geb. von Ostenhaus, Frau Sophie Helene, und endlich 1674 Johann Adolph von Luttitz. Im Jahre 1711 wurde Herr Adolph Magnus von Hayn Erb-, Lehn- und Gerichtsherr von Dürrhennersdorf.

Von 1712 bis 1714 stand das Gut unter Vormundschaft, worauf dasselbe von Graf Carl Heinrich von Hayn übernommen wurde.

Nach dessen Ableben 1736 wurden dessen Güter von dem damaligen Kurfürsten von Sachsen und König von Pohlen confiscirt und Graf von Rödern erhielt die Verwaltung.

Im Jahre 1768 ward Peter August von Schönberg, königl. sächs. Hausmarschall, Besitzer von Dürrhennersdorf.

Ihm succedirte in dem Besitze dessen Tochter, Frau Auguste Charlotte, Gräfin von Lynar, nach deren Tode von Kielmannsegge.

Im Jahre 1830 kauften das Gut Friedrich von Göttlich auf Strahwalde und Christian Friedrich Jeremias aus Ebersbach gemeinschaftlich, welche es auch gemeinschaftlich besessen haben, bis es des Letzteren Herr Sohn Carl Gottfried Jeremias allein übernommen hat, der jetzt solches noch besitzt.

Das Gut selbst wird rationell bewirthschaftet und ist dadurch der von der Oeconomie zu gewinnende Ertrag bedeutend vergrössert worden, wogegen freilich früher Felder und Wiesen sich nicht in den besten Zustande befanden. Die Viehzucht gewährt noch ausserdem eine besondere Rente für den Besitzer.

[230] Dürrhennersdorf bestand eigentlich aus 2 Rittergütern, in früherer Zeit. Durch die Vereinigung in Verbindung mit der guten Bewirthschaftung ist der Werth des Gutes in neuerer Zeit sehr erhöht worden.

Das sogenannte Neuschönberg, welches aus einigen 50 Häusern besteht, und seinen Namen von dem Gründer und Besitzer, des ehemaligen Grundeigenthümers, Grafen von Schönberg führt, ist eigentlich auf den Grund und Boden des oberen Rittergutes von den Jahren 1768 an erbaut worden.

Ueber die dasige Kirche und Schule übt die Ortsherrschaft das Collaturrecht aus.

Die Kirche selbst musste nach und nach wegen Mangel an Raum erweitert werden. Ihre Decoration im Innern deutet auf ein hohes Alter. Ausserdem enthält sie nichts bemerkenswerthes. Die Pfarrwohnung ist in baulichen Zustande: Sie wurde im Jahre 1690 neu erbaut, war früher ein Bauergut und wurde von einer der Herrschaften als Pfarrwiedemuth an die Kirche verschenkt.

Die Pfarrgebäude bilden einen regelmassigen Hof, hart rechts der Kirche befindet sich der Kretzscham und neben demselben die Schule, in welcher 150 Kinder Unterricht erhalten, während die Schule von Neuschönberg von 60 Kindern besucht wird.

Der Hutberg bietet eine der schönsten Aussichten dar, und wird blos durch die böhmischen Gebirge und das schlesische Riesengebirge nach Mittag und Morgen zu eingeschränkt.

Auf der Kuppe des Hutbergs liess im Jahre 1790 der damals in hiesiger Gegend ansässige Holländer Benting einen Pavillon mit einer freien und mit Bänken versehenen Gallerie erbauen. Auf der östlichen Seite dieses Berges wird der Basalt zu Bau- und Pflastersteinen gebrochen.

Dieser Hutberg darf nicht mit dem 7/8 Stunden östlich von Bernstadt in der sächsischen Oberlausitz an der Strasse, von da nach Görlitz und Lauban steil ansteigenden sogenannten Hutberg verwechselt werden.

Diesen Berg soll 1228 Bernhardt von Biberstein besessen haben, von dessen Namen man die Namen von Bernstadt; Altbernstadt und Bertsdorf ableitet; ja einige wollen sogar behaupten, dass hier die Burg Duba stand (zu deutsch: Eiche), von welcher der Name Eigenscher Kreis oder auf dem Eigen herstammt.

Man erzählt auch, dass nach dem Tode Johann des II. von Biberstein (1322) der Eigen, im Allgemeinen an Friedrich von Biberstein, seinen Bruder hingegen, der Hutberg mit Zubehör als ein Allodium, an Johann Janke, und Johanns des I. Schwägerin, die Aebtissin zu Marienstern gefallen sei.

Noch andere Hutberge kommen bei Oderwitz und Grossschönau vor.

Unser Hutberg ist der, welcher in gewisser Beziehung zu Herrnhut steht und daher gut von den übrigen zu unterscheiden.

Die Einwohnerzahl ist in neuerer Zeit immer und immer gewachsen. Im Jahre 1815 war der Ort mit 28 Rauchen belegt, hatte 150 Häuser, in welchen über 600 Einwohner lebten; jetzt hat das Dorf 300 Häuser mit 1000 Seelen, welche dem Gerichtsamte Neusalza angehören.

Neben dem Ackerbau leben die Bewohner hier ebenfalls von Spinnerei und dem Leinwandweben.

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