Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band X,1 (1918), Sp. 1040
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82) Iunius Homullus. Ein (nicht mehr vorhandener) Stein aus Nemausus (CIL XII 3168 = Dessau 2404) enthielt die Grabschrift eines vermutlich auf der Reise verschiedenen Unteroffiziers: D(is) M(anibus) Umidii Aviti, milit(is) leg(ionis) VII. Gemin(ae) Felicis, beneficiari(i) Iunii Omulli consular(is), cura T. Vitrasii Pollion(is), legati Aug(usti). Da die Legio VII Gemina in Leon in Garnison lag, schloß schon Waddington (bei Borghesi Oeuvr. VIII 417), daß (H)omullus consularischer Legat von Hispania citerior gewesen sei. Offenbar derselbe Mann war, wie gleichfalls bereits Waddington feststellte, in derselben amtlichen Funktion auf einem (verschollenen) Inschriftfragment aus Carthago nova genannt (CIL II 3315: [Ho]mulli, leg(ati) Aug(usti); der Zusammenhang ist unklar). Für die zeitliche Ansetzung seiner Statthalterschaft gibt die Nennung des Vitrasius Pollio einen ungefähren Anhalt. Es ist zwar keineswegs sicher, ob die Stellung eines Legatus Augusti, die Pollio damals bekleidete, gerade die – für ihn auch sonst bezeugte – eines Legaten von Hispania citerior gewesen ist, aber immerhin läßt sich aus dem, was wir sonst über seine Laufbahn wissen (vgl. Prosop. imp. Rom. III 78 n. 558), der Schluß ziehen, daß der Grabstein des Benefiziariers unter die Regierung des Pius, frühestens in die letzte Zeit Hadrians zu setzen ist. Demnach dürfte Homullus nicht eine Person sein mit dem kappadokischen Legaten unter Traian (s. Nr. 81), sondern wohl eher dessen Sohn, der den Vater – vermutlich als Legionstribun – in die Provinz begleitet hatte und von Traian an den König Parthamasiris gesendet wurde (Dio LXVIII 19).