Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Pflanzenart
Band IX,2 (1916) Sp. 1554
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Ingwer (ζιγγίβερι, zingiberi), Zingiber officinale Roscoë, Pflanze aus der Familie der Zingiberaceen (vgl. Engler und Prank Natürliche Pflanzenfamilien II 6, 25) wahrscheinlich in Südasien heimisch, jetzt in allen Tropenländern gebaut. Offizinell ist das Rhizom, das Dioskurides m. m. II 160 W. also beschreibt: der I. ist ein Gewächs eigener Art, welches am häufigsten im Troglodytenlande und in Arabien wächst; man gebraucht dort den Sproß zu vielerlei, wie wir die Raute, indem man ihn zum Eingeben kocht und Eingekochtem beisetzt. Die Wurzeln sind klein, wie die des κύπειρος, weißlich, pfefferartig schmeckend und wohlriechend. Wähle die aus, welche nicht wurmstichig sind. Weil sie leicht faulen, werden sie von einigen eingemacht und in irdenen Behältnissen nach Italien gebracht.

Sie sind zum Genusse sehr geeignet und werden mit Pökel genommen, haben erwärmende, die Verdauung fördernde Kraft, regen den Leib milde an und sind gut für den Magen. Sie wirken auch gegen Verdunkelungen der Pupille, werden Gegengiften zugesetzt und gleichen überhaupt in ihrer Wirkung dem Pfeffer. Plinius (n. h. XII 28 nach Iuba) unterscheidet den I. von der Wurzel des Pfefferstrauches, womit er wegen des ähnlichen Geschmackes verwechselt wurde, er nannte ihn zingiberi oder zimpiberi. Das Kraut sei klein, die Wurzel weiß; der Preis 6 Denar das Pfund. Sonst erwähnen ihn noch Celsus V 23, 3 in einem antidotum Mithridatis, Scribon Larg. comp. 165 in einem theriace (gingiberis), Pallad. XI 20 als Zusatz zu einer Gurkenmarmelade (zingiberis), Galen XI 880, Oreib. XI s. v. (aus Diosk.), Cael. Aurel. chron. IV 3, 5, 76 al. Paul. Aegin. VII 3 s. v., sehr oft Marcell. med. (20, 74 als gingiber), Antidotar. Bruxell. (V. Rose Theod. Prisc. 363ff. 16. 40. 74 (gingiber), 199 (zinziberi). Corp. gloss. lat. III 546, 53 gingiber agreste. rubo canino. Anthim epist. 13 empfiehlt zum Kochen von jungen Hasen eine Beigabe von Pfeffer, Nelken, Gingiber u. a. Gewürzen. In der Tierarzneikunde erwähnen ihn Chiron 834 (gingiber) und wiederholt Pelagon (zingiberi). Nicht hierher gehört Ang. Mai Dynam. II 47 artemisiae h. e. zygiberis genera tria usw.