Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Meeresgott[heiten], von der spiegelnden Wasserfläche
Band VII,1 (1910) S. 1408
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8–9) Γλαῦκος. Ein Meergott (der Name, s. Glauke, wohl von der spiegelnden Wasserfläche abgeleitet; anders Friedländer Archiv f. Rel. XIII 1910, 236), dessen einst weitverbreiteter und wohl bis in kretische Zeit zurückreichender Kult (s. u. G. Nr. 16) hauptsächlich aus seinen zahlreichen Hypostasen zu erschließen ist.

Den Ausgangspunkt seiner Verehrung bildet in historischer Zeit Boiotien, speziell Anthedon und Potniai. Doch werden in beiden, vielfach miteinander verknüpften Kultsagen verschiedene Seiten des Gottes betont und novellistisch weitergebildet, in der Binnenstadt Potniai die des ritterlichen Poseidon Hippios; in der Küstenstadt Anthedon, dem eigentlichen Mittelpunkt seines Kultus und seiner Legenden, deren Bewohner von ihm abstammten. Dikaiarch. FHG II 259, 23 – auch der Athlet G. von Karystos führte sein Geschlecht auf ihn zurück, Paus. VI 10, 1 – ist G. der Gott der Schiffer und Fischer.