Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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sechster Monat des Kalenders in Amphissa und Triteia
Band VII,1 (1910) S. 13551356
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Gigantios (Γιγάντιος), sechster Monat des Kalenders von Amphissa, geglichen mit dem delphischen Amalios (athen. Gamelion), und Monat in Triteia, geglichen mit dem delphischen Poitropios (athen. Posideon); vgl. Wescher-Foucart Inscript. recueillies à Delphes 426. 148. Ob sich die Verschiedenheit der Gleichungen aus einer vorübergehenden Verschiebung der Monate infolge differierender Schaltzyklen erklärt, oder ob beide Kalender überhaupt verschieden waren, ist auf Grund des jetzt vorliegenden Materials nicht zu entscheiden. Denkbar ist beides. Der Name G. beruht nach A. Mommsen Delphika 277, 1 wohl darauf, daß Giganten und Titanen verwechselt und die winterlichen Titanika als Ermordung des Gottes Bakchos durch die Giganten dargestellt wurden. Allerdings ist von einer gottesdienstlichen Verehrung der Giganten nichts bekannt; doch liegt der Gedanke nahe, daß sie als Unterweltsdämonen, die vom Orte ihrer Gefangenschaft aus vulkanische Ausbrüche und Erdbeben hervorrufen, zu göttlicher Verehrung gekommen sein können, wie Blitz, Sturm und Donner bei den Arkadiern an dem Orte, wo die Gigantomachie stattgefunden haben sollte, tatsächlich Opfer empfingen (Paus. VIII 29, 1), und daß sie auf [1356] diese Weise Inhaber eines Festes und eines Festmonats geworden sind; vgl. Roschers Lex. d. Myth. I 1652f.