Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Bischof von Aquileia 350 n. Chr.
Band VII,1 (1910) S. 44
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6) Etwa von 340–360 Bischof von Aquileia, in den arianischcn Wirren jener Zeit nicht gerade durch treues Festhalten am Athanasianismus ausgezeichnet, aber, wie schon aus den Briefen des Liberius hervorgeht, und daraus, daß er diesen zur Nachgiebigkeit gegen die kaiserliche Theologie bestimmen konnte, auch sicher kein überzeugter Semiarianer. Hieron. de vir. ill. 97 berichtet von ihm, er sei von Geburt Afer gewesen und habe auf Befehl des Constantius in evangelia titulis ordinatis breves sermone rustico commentarios geschrieben; demnach wäre das Buch wohl zwischen 353 und 361 verfaßt worden. Indes das imperante Constantio sieht sehr nach boshafter Vermutung aus; früher (etwa 374, in ep. 10, 3) hatte Hieronymus von diesen Kommentaren als von einer margarita de evangelio gesprochen; und auch in der Praefatio seiner Commentarii in evangelium Matthaei nennt er sie als eine von ihm benutzte Quelle. Aber durch das Urteil de vir. ill. hatte er den Untergang des vielleicht einfachen und originellen Buches besiegelt. F. scheint als erster im Abendlande tituli bei biblischen Büchern eingeführt zu haben, s. darüber S. Berger Hist. de la Vulgate 1893, 307f. Sonst Hefele Conciliengeschichte2 I 1873.