Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Ramme bei Kriegsschiffen in Seegefechten, zuweilen unter Wasser
Band V,2 (1905) S. 2493
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2) 'Ἔμβολος, rostrum. Die Ramme, der Sporn, erscheint zuerst im 8. Jhdt. auf assyrischen Reliefs und attischen Dipylonvasen an phoinikischen Kriegsschiffen, war vermutlich dem Stoßzahn des Elefanten nachgebildet, da die Dipylonschiffe einen Elefantenrüssel als Bugzierde führen, wird zuerst genannt bei einem Seegefecht der Phokaeer 536 v. Chr. Die Spitze lag zuweilen unter Wasser, öfter jedoch darüber, trug später eine Bronzekappe. Außer dem Hauptsporn gab es noch Nebensporne (über δεκέμβολος siehe Herm. XXXI 176), selten trug jedes Schiffsende Sporn und Steuer. Ein glücklicher Stoß konnte den Gegner in den Grund bohren, häufig aber zerbrach der Sporn, wobei leicht das eigene Schiff leck ward, und gegen stark gebaute Schiffe war der Rammstoß unwirksam (Thukyd. II 91. Herod. I 166. Polyb. XVI 5. Bell. Alex. 46. Plut. Ant. 66. Caes. b. G. III 13).