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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 49
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2) Clavus (an Gewandstücken). Paul. p. 56 M. = 39, 20 Thewr.[WS 1]: clavata dicuntur aut vestimenta claris intertexta aut calciamenta clavis confixa. Wenn das Wort wie clavus der Nagel auf die Wurzel sklu schliessen, einhaken (Vaniček Etym. Wörterb. d. lat. Sprache 1124) zurückgeht, so müsste man bei Webestücken den C. zunächst dort voraussetzen, wo das Gewebe geschlossen wird. Die Sahlkante selbst oder der darauf angebrachte Besatz (Blümner Technologie I 199f.) entsprächen dieser Vorstellung. Am Saume ist der C. jedenfalls anzunehmen bei den mappae, die mit einem C. verziert sind: Petron. 32. Martial. IV 46, 17. Auch in der Festusstelle p. 274 M. = 378, 32f. Th. recinium … praetextum clavo purpureo (nach Lipsius praetextam, auf togam zu beziehen) wird man an eine Saumverzierung denken. Wenn sich daraus ergiebt, dass der C. ein Streifen ist, so stimmen dazu auch andere Beobachtungen. Schon die Scheidung zwischen latus clavus und angustus [5] clavus weist darauf hin und Stellen wie Serv. Dan. Aen. II 616 alii ‚nimbum‘ clavum transversum in veste existimant. Freilich ist dabei zu beachten, dass in der weiteren Entwicklung nicht blos Saumstreifen darunter verstanden werden.

Erhaltene Tuniken spätantiker Zeit (Katalog der archäol. Ausstellung 1893 Wien Österr. Mus. 133f. [A. Riegl]) zeigen streifenartige Verzierungen, die ‚rechts und links vom Halsschlitze in ununterbrochenem Flusse über Brust und Rücken laufen; gegen die Enden hin erscheinen sie gewöhnlich halbrund abgeschlossen, worauf sich noch mittelst eines mehr oder minder langen Stieles eine blattartige freie Endigung anschliesst.‘ Ähnlich sind die streifenartigen Verzierungen an den Tuniken ägyptischer Wandgemälde der Kaiserzeit, solcher in den Katakomben und des vaticanischen Bildercodex des Vergil. Auch an Bronzen hat Heuzey bei Daremberg-Saglio Dictionn. I 1246 solche nachgewiesen. In den zuletzt angeführten Beispielen aber reichen die Streifen bis an das Ende des Gewandes herab. So auch bei den Grafschen Tuniken, Karabacek Die Theod. Grafschen Funde 34. Vgl. Marquardt Pr.-L. 547, 5.

Dass in den Zierstreifen der erhaltenen Tuniken und der verwandten Darstellungen der C. wiederzuerkennen ist, beweist die Übereinstimmung mit der Vorstellung, die sich für den C. aus vielen Schriftstellen ergiebt. Die Mehrzahl derselben bezieht sich allerdings speciell auf den latus bezw. angustus clavus, indes unterliegt es keinem Zweifel, dass diese beiden Arten des C. durch die Purpurfarbe, nicht durch die Form von anderen geschieden sind. Man kann also diese Stellen unbedenklich verwenden, wo es gilt, die Form des C. überhaupt zu ermitteln. Einerseits wird eine Mehrzahl von clavi bei einer Tunica erwähnt: Varro de l. l. IX 79 si quis tunicam in usu (usum L. Spengel) ita (inusitate ita Schulze Rh. Mus. XXX 120) consuit, ut altera plagula sit angustis clavis, altera latis …; andererseits werden Verba davon gebraucht wie descendere und demittere (Horat. sat. I 6, 28: latum demisit pectore clavum). Es ergiebt sich also Übereinstimmung zwischen Bild- und Schriftquellen in zwei Punkten: 1) der clavi waren in der Regel zwei, 2) sie liefen von den Schultern nach vorn abwärts. Dass sie 3) auch in den Rücken gingen, wie bei den erhaltenen Tuniken, folgert man mit Recht aus Varro bei Nonius p. 536f. Merc. quorum vitreae togae ostentant tunicae clavos. Aber auch die obige Varrostelle lehrt es uns; denn die beiden plagulae können doch wohl nur so verstanden werden, dass die eine der Vorder-, die andere der Rückseite angehört. Das Probianustäfelchen kann als Beweis nicht angeführt werden (E. Hula Die Toga der Kaiserzeit, Gymn. Progr. Brünn 2. St.-Gymn. 1895, 16f.). Der breite Streifen, welcher daselbst in dem Rücken einer Figur sichtbar wird, gehört zur Toga. Dagegen wird die Verzierung mit einem C. als fremde Sitte bezeichnet von Herodian. V 5, 10 ἀνεζωσμένοι [οἱ] μὲν χιτῶνας ποδήρεις καὶ χειριδωτοὺς νόμῳ Φοινίκων, ἐν μέσῳ φέροντες μίαν πορφύραν (vgl. u.). Vereinzelt (z. B. Ann. d. Inst. 1872 tav. d’agg. D) finden sich auch auf römischen Darstellungen Tuniken mit einem C., der vom Halse über die Mitte der Brust herabläuft. Daraus kann wohl [6] gegen die allgemeine Regel, namentlich aber im Hinblick auf den latus und angustus clavus nichts gefolgert werden.

Die Technik, in welcher die clavi der erhaltenen Tuniken ausgeführt sind, schildert A. Riegl in dem obenerwähnten Kataloge S. 134 (vgl. auch Karabacek Die Theod. Grafschen Funde in Ägypten 35) folgendermassen: ‚Die Verzierungen werden nicht aufgenäht, sondern bei der Herstellung des Leinengewebes in dieses letztere hineingearbeitet. Es geschah dies in der Weise, dass der entsprechende Raum im Gewebe ausgespart, d. h. die Kette an der betreffenden Stelle nicht durch den Einschlag gekreuzt, sondern offen belassen wurde.‘ Die Bezeichnung hiefür ist intertexere oder immittere. Im Edictum Diocl. findet sich mehrmals der Ausdruck clavantium, von Mommsen Herm. XXV 20f. auf operae bezogen, so dass es clavis intertexentium gleichkäme, während Blümner Maximaltarif 176 (vgl. 174) folgende Deutung aufstellt: ‚Es handelt sich um die Bedeutung von clavare. Ich halte dies für einen Terminus technicus der Webereien, durch den man die Qualität und Quantität der zu den eingewebten Streifen verwandten Purpurwolle bezeichnete. Man sagte also: haec tela clavat sex uncias blattae, d. h. zu den clavi dieser tela sind 6 Unzen blatta verwandt. Dieser Sprachgebrauch lässt sich allerdings nicht erweisen, scheint mir aber durchaus nichts Undenkbares zu haben.‘

Der C. konnte von verschiedener Farbe sein. Hist. Aug. Tac. 11, 6 erwähnt z. B. auro clavatis vestibus; vgl. Nonius p. 540 M.: patagium aureus clavus, qui pretiosis vestibus immitti solet. Über den purpurnen C. s. unten.

Die Breite des C. ist nicht fixiert. Selbst angustus und latus clavus unterscheiden sich nur relativ (s. u.). Auf ein bestimmtes Mass weist Festus p. 209 M. = 252, 23 Th. tunica palmata a latitudine clavorum dicebatur, wobei allerdings der Zusatz nunc a genere picturae dicitur sofort die Vermutung nahelegt, es handle sich hier um eine falsche Etymologie.

Latus und angustus clavus. Von jeher (die spätere Tradition knüpft auch hier an die Etrusker an: Plin. n. h. IX 136 toga praetexta et latiore clavo Tullum Hostilium e regibus primum usum Etruscis devictis satis constat) scheint der purpurne C. als Kennzeichen der Ritter gedient zu haben, wenn er ihnen auch nicht ausschliesslich zugekommen ist, Plin. n. h. XXXIII 29: anuli distinxere alterum ordinem a plebe, ut semel coeperant esse celebres, sicut tunica ab anulis senatum, quamquam et hoc sero, volgoque purpura latiore tunicae usos invenimus etiam praecones sicut patrem Luci Aeli Stilonis Praeconini ob id cognominati. sed anuli plane tertium ordinem mediumque plebei et patribus inseruere. Der praeco sollte durch den breiten Purpurstreifen auffällig gemacht werden. Beim eques ist der Purpurstreifen wohl von dem roten Kriegskleide herzuleiten (Mommsen St.-R. I 410, 5. III 513). Zum eigentlichen Standesabzeichen aber wurde der C. erst dann, als sich die Senatoren zum Unterschiede von den equites einen breiteren Streifen beilegten. ‚Da die Senatoren bis auf die Gracchenzeit auch das Staatspferd besassen, war der Streifen das Abzeichen der beiden vornehmsten [7] Stände. Als sie dann im Laufe des 7. Jhdts. sich formell von einander schieden, fand diese Scheidung ihren Ausdruck darin, dass seitdem die Senatoren einen breiteren, die Ritter einen schmäleren Purpurstreifen trugen‘ (Mommsen St.-R. III 513, vgl. 218). Dazu stimmt es, dass Stellen, welche auf eine directe Scheidung zwischen den beiden Clavus-Arten hinweisen, frühestens auf jene Zeit führen: So erzählt Diod. XXXVI 7, 4 zum J. 652 = 102 vom aufständischen Tryphon: τήβεννάν τε περιπόρφυρον περιεβάλλετο καὶ πλατύσημον ἐνέδυ χιτῶνα. Plin. n. h. XXXIII 29 giebt eine indirecte Bestätigung. Bei Liv. XXX 17, 13 zum J. 549 = 205 (vgl. Mommsen St.-R. III 513, 4): munera, quae legati ferrent regi (Massinissae), decreverunt sagula purpurea duo cum fibulis singulis et lato clavo tunicis, equos duo phaleratos, bina equestria arma cum loricis et tabernacula wird die Paradetracht eines eques geschildert, beweist also den Zusammenhang des Purpurstreifens mit dem Kriegskleide ohne Beziehung zum Senate. Liv. IX 7, 8 zum J. 433 = 321 lati clavi, anuli aurei positi schildert die Trauer durch mutatio vestium im Sinne der späteren Zeit. Dass hier ein Anachronismus vorliegt, geht daraus hervor, dass Livius bezüglich der anuli aurei mit sich selbst in Widerspruch gerät XXIII 12, 2, wo er noch zum J. 538 = 216 diese nicht als allgemeines Standeszeichen der equites anerkennt.

Ob sich auch der Decurionenstand den latus clavus beigelegt, ist schwer zu entscheiden. Mommsen St.-R. III 887 leugnet dies, da in den municipalen Einrichtungen zwar die Praetexta vorkommt, der latus clavus aber nicht erwähnt wird. Man könnte es allerdings folgern aus Horat. sat. I 5, 34: Fundos Aufidio Lusco praetore libenter linquimus, insani ridentes praemia scribae, praetextam et latum clavum prunaeque batillum. Doch vgl. Mommsen St.- R. I 423, 4, wo dieser praetor als römischer Beamter erklärt wird.

Schon in republicanischer Zeit trug der Knabe bei Anlegung der Toga virilis die tunica laticlavia, wenn er von senatorischen Eltern stammte (Suet. Aug. 94: sumenti [Augusto] virilem togam tunica lati clavi resuta ex utraque parte ad pedes decidit; vgl. Dio XLV 2, 5) oder senatorische Carrière einschlagen wollte, Ovid. trist. IV 10, 28f.: Liberior fratri sumpta mihique toga est induiturque umeris cum lato purpura clavo. Vgl. für die Kaiserzeit auch noch Suet. Aug. 38: Liberis senatorum, quo celerius rei publicae assuescerent, protinus a virili toga latum clavum induere et curiae interesse permisit, um von anderen Belegen späterer Zeit abzusehen.

Die Verleihung des Senatorenstandes durch den Princeps wird bezeichnet durch Verleihung des latus clavus: Plin. ep. II 9 ego Sexto latum clavum a Caesare nostro impetravi. So wiederholt; aus später Zeit Cassiodor var. V 14 cui nos contulimus laticlaviam dignitatem. Im Hinblick auf den Stand der Frauen Cod. Theod. VI 4, 17 etsi iniustum enim atque dedecus videtur mulieres ad laticlavum atque insignia procedere. Digest. XXIV 1, 42 si uxor viro laticlavii gratia petenti donet ….

Am schärfsten ist der Unterschied zwischen [8] den beiden Clavi ausgeprägt worden in der Trennung der tribuni laticlavii und angusticlavii (πλατύσημος und στενόσημος), Suet. Aug. 38: ne qui (liberorum senatorum) expers castrorum esset, binos plerumque laticlavios praeposuit singulis alis und Suet. Otho 10: interfuit huic bello pater meus Suetonius Laetus XIII leg. trib. angusticlavius. So auch inschriftlich.

In Zeiten öffentlicher Trauer, wenn mutatio vestium eintrat, nahmen die Senatoren den angustus clavus an, vgl. o. S. 7. Liv. IX 7, 8 (Marquardt Pr.-L. 356).

Wir können die beiden Clavi nur relativ scheiden. Übrigens spricht auch die Überlieferung dafür, dass kein bestimmtes Mass für die Breite festgesetzt war (s. o.). Sueton erzählt von Aug. 73: usus est … togis neque restrictis neque fusis, clavo nec lato nec angusto. Dieses Masshalten wäre nicht möglich bei fester Regelung. Ähnlich von Septimius Severus Hist. Aug. Sev. 19, 7 hic tam exiguis vestibus usus est, ut vix et tunica eius aliquid purpurae haberet. Doch wird dem Kaiser Alexander Severus eine festere Regelung zugeschrieben 27, 1: in animo habuit omnibus officiis genus vestium proprium dare et omnibus dignitatibus, ut a vestitu dinoscerentur, et omnibus servis, ut in populo possent agnosci. sed hoc Ulpiano Pauloque displicuit tum satis esse constituit, ut equester Romanus a senatoribus clavi qualitate discernerentur; vgl. 33, 4 purpurea non magna ad usum revocavit suum. Unsere Mittel reichen nicht aus, zu ergründen, worin diese Differenzierung bestanden hat. Möglicherweise bezweckte die ganze Reform nur eine Verschärfung des schon bestehenden Gebrauches.

Eine Eigentümlichkeit der tunica laticlavia war, dass sie nicht gegürtet wurde: Quint. inst. XI 3, 138 cui lati clavi ius non erit, ita cingatur, ut tunicae prioribus oris infra genua paulum, posterioribus ad medios poplites usque perveniant … latum habentium clavum modus est, ut sit paulum cinctis summissior. A. Müller Philol. XXVIII 1869, 277 bestreitet dies mit Unrecht. Bei Suet. div. Iul. 45 usum enim (Caesarem) lato clavo ad manus fimbriato nec ut umquam aliter quam super eum cingeretur bestätigt die Ausnahme die Regel. Einen directen Beweis für das Fehlen des Gürtels liefert das von Augustus erzählte omen, dass die aufgetrennte Tunica zu den Füssen herabglitt, s. o. S. 7.

In abgekürzter Redeweise wird latus clavus = tunica laticlavia gebraucht, z. B. neben Suet. d. Iul. 45 Acta fratr. Arv. Henzen p. CCIX u. 37 latum sumsit et ricinium. Hist. Aug. Get. 6, 5 loricam sub lato habens clavo; Carac. 2, 9 sub veste senatoria loricam habens.

Auf sacralem Gebiete wird der latus clavus erwähnt bei den Arvalen, s. o. Sil. Ital. Pun. III 26 sacrificam lato vestem distinguere clavo bezieht sich auf einen ausländischen Cult, wozu man die oben citierte Stelle Herodian. V 5, 10 vergleiche; vgl. Rubenius d. re vest. I c. 17.

Auf militärischem Gebiete lässt sich der C., abgesehen davon, dass er ursprünglich den Rittern zugekommen zu sein scheint (s. o., besonders Liv. XXX 17, 13), wie mir scheint, auch in der Zeit des Alexander Severus nachweisen. Die Hist. [9] Aug. Alex. 33 überliefert milites quos ostensionales vocant non pretiosis sed speciosis claris vestibus ornabat, wo offenbar speciosis clavis vestibus zu lesen ist.

Völlig zu trennen von dem bisher besprochenen latus clavus ist jener, welcher bei Lydus erwähnt wird, de mag. p. 134, 5 Bonn. χλαμύδες ἄχρι κνημῶν ἐξ ὤμων διήκουσαι περόναις χρυσαῖς ἀνεσταλμέναι τὸ χρῶμα ξηραμπέλινοι· πορφύρᾳ κατὰ μέσου διάσημοι (λατικλαβίας αὐτὰς ὠνόμαζον …). Die παραγῶδαι dagegen werden λευκοὶ διόλου genannt. Über die Tracht der Patricier vgl. W. Meyer Abh. Akad. Münch. XV 1881, 28ff. Die hier erwähnten Purpureinsätze gehören zu den segmenta; vgl. auch Camille Jullian Le diptyque de Stilicon in Mélanges d’arch. et d’hist. II 12. Hier dürften wohl auch die Verzierungen einzureihen sein, in welchen Karabacek Die Theod. Grafschen Funde in Ägypten 34f. den latus bezw. angustus clavus erkennen will. Mit dem latus clavus der früheren Zeit haben diese ganz den segmenta entsprechenden Einsätze nichts zu thun. De mag. p. 144, 19 nennt Lydus bei der Tracht der Consuln die κολοβοὶ πλατύσημοι. Diese scheinen der tunica laticlavia zu entsprechen, so dass dann der weitere Vermerk πορφύρα διάσημος ἐξ ἑκατέρων τῶν ὤμων τοῖς μὲν φαινόλαις πρόσθεν, τοῖς δὲ κολοβοῖς καὶ ἐξόπισθεν einen abermaligen Beleg dafür bietet, dass der Purpurstreifen auch auf dem Rückenteile sichtbar war. Über κολοβοί vgl. Göll Der processus consularis, Philol. XIV 1859, 598f. So ist der C. auch übergegangen in die priesterliche Tracht der Christen: Isid. orig. XIX 22, 9 Dalmatica – tunica sacerdotalis candida cum clavis ex purpura. Vgl. Marquardt Pr.-L. 545ff.

Nichtrömischer Clavus. Bei den Griechen fällt der C. unter den Ausdruck σημεῖον (vgl. πλατύσημος, στενόσημος, ἄσημος). Auch der Ausdruck παρυφή kommt dafür vor. Doch darf nicht ausser acht gelassen werden, dass die griechischen Wörter einen weitern Umfang haben. So wird in der Weihinschrift von Andania Z. 16 u. 21 σαμεῖα von den ἱμάτια gebraucht. Bei Lukian wird an verschiedenen Stellen εὐπάρυφος synonym mit ‚reich‘ gebraucht, z. B. Merc. cond. 9 εὐπατρίδαις τε καὶ εὐπαρύφοις; Alex. 26 τοῖς εὐπαρύφοις καὶ πλουσίοις καὶ μεγαλοδώροις. Man erinnert sich an das patrimonium laticlavium bei Petron. 76. Über Streifen auf griechischen Gewändern s. Stephani Compte rendu 1878/9, 83, besond. 95ff., auf Tanagrafigürchen Heuzey bei Daremberg-Saglio I 1242. Von den Einwohnern der Balearen erzählt Strabon III 168, dass sie die χιτῶνας πλατυσήμους erfunden hätten. In fremden Culten s. o. S. 8. In der Tracht des Perserkönigs Curt. III 3, 17 purpureae tunicae medium album intextum erat. Im Edict. Diocl. kommen die Ausdrücke ὀρθόσημος und πλατύσημος vor, von Blümner Maximaltarif 175 auf Längs- und Querstreifen bezogen.

[Hula.]

Anmerkungen (Wikisource)