Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt in Picenum
Band III,2 (1899) S. 2561
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Cingulum. 1) Cingulum (Κίγγουλον Strab. V 227; Cinglum in der städtischen Soldatenliste CIL VI 3884 v 1; Einwohner Cingulanus CIL IX 5681. 5682. 5683. 5684), Stadt in Picenum (unrichtig von Strab. a. a. O. zu Umbrien gerechnet), gegründet von dem Volkstribunen T. Labienus 63 v. Chr. aus eigenen Mitteln (Caes. bell. civ. I 15) und stark befestigt. Dass Silius Ital. X 34 schon im zweiten punischen Kriege die Cingulaner unter Anführung eines Labienus kämpfen lässt, kann nicht als Zeugnis für die frühere Existenz der Stadt gelten (Mommsen CIL IX p. 541 vermutet, dass der Volkstribun ein Picenter gewesen sei und seinen Geburtsort unter dem Namen C. zur Stadt erhoben habe; dass ein pagus an derselben Stelle schon existiert habe, ist wahrscheinlich wegen der sehr alten Inschrift der magisteri Terebius et Vibolenus CIL IX 5679). Ausser in den Bürgerkriegen zwischen Caesar und Pompeius (Caesar a. a. O. Cic. ad Att. VII 11, 1. 13 b, 6) wird sie nur bei Plin. III 111 und im Liber coloniarum 254 erwähnt. Die Stadt gehörte zur Tribus Velina (Kubitschek Imperium Romanum tributim discriptum 63) und hatte als Magistrate duoviri (CIL IX 5686. 5688). Lateinische Inschriften aus C. CIL IX 5679–5698; Funde von Münzen und andern Antiken Bull. d. Inst. 1838, 163. 1848, 90f.