Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Pelasgischer Stamm
Band III,2 (1899) S. 2111
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Chaones (Χάονες). 1) Ein pelasgischer (!) Stamm, einer der vierzehn epeirotischen Stämme der älteren Zeit, nicht von Königen beherrscht, sondern nur von zwei jährlich wechselnden aus einem alten Adelsgeschlecht gewählten Heerführern befehligt, ungeschlacht (βάρβαροι, Thuc. II 80. 81; μαχιμώτατοι τῶν ἐκείνῃ Ἠπειρωτῶν, II 81; über die Art der Bereitung des Speisesalzes Plin. XXXI 82) hatten in der älteren Zeit die Oberhand über einen grossen Teil von Epeiros. Sie wohnten in offenen Orten (κατὰ κώμας Scyl. peripl. 28). Später besassen sie Chaonia, den Küstenstrich von den keraunischen Bergen bis zum Thyamisfluss, von dem an Thesprotien nach Süden sich erstreckt. Die zahlreichen Belegstellen bei Pape-Benseler Wörterbuch der griech. Eigennamen II 1668. Nach dem Vorgang des Euphorion (Steph. Byz.) gebrauchten die römischen Dichter und die Orphiker Chaonius im Sinn von Dodonaeus oder Epiroticus, Epirensis. Vgl. zum Ganzen Bursian Geogr. von Griechenland I 10f. 15ff. 24. 26f. S. Epeiros.