Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 208
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Beliar ist die recipierte Lesart des neuen Testaments (2 Corinth. VI 15) für den eigentlich Belial heissenden bösen Geist Βελίαρ δράκων Hesych.); schon von Hieronymus berichtigt (in epistolam ad Ephesios IV 27 = Migne VII 511). Vgl. Dieterich Nekyia 185. Von Lagarde (Abh. Gött. Ges. XXXV 139, 15) erklärt als בְּלִיַעַל‎ ,welcher nicht hinauf lässt‘, also Höllengeist, Unterweltsdaemon. Der Name findet sich inschriftlich auf einem anscheinend verschollenen Pectorale des Doms von Monza, das als Amulet gilt (CIG 9065 b = IGI 2413, 18). Doch hat Garrucci (Civiltà cattolica ser. X, VII 197ff.) nachgewiesen, dass die Inschrift nur flüchtige Copie eines Gedichtes des Gregorios von Nazianz ist (III 1399f. nr. 55 Migne), und dass im Urtext Βελίη steht (von Βελίης = Βελίας, wie auch Hippolytos ref. haer. V 26 p. 218, 81 D. S. schreibt, wo B. unter den μητρικοὶ ἄγγελοι des Ketzers Iustinus erscheint). Aus der Reihe der auf Amuletten genannten Geister ist B. also zu streichen.