Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Ägypt. Gott
Band II,1 (1895) S. 12711272
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Arsaphes (Ἀρσαφής Plut. Is. et Osir. 37), Wiedergabe des Namens des ägyptischen Gottes Ḥaršaf, Ḥaršfy, Ḥaršfi, Ḥaršaft (Totenbuch XLII 8. Lepsius Denkmäler II 136 a. III 192 e. Brugsch Recueil de monum. égypt. Taf. 84, 1; Reise nach El Khargeh 30, 24. 43; Religion u. Mythologie 303ff. v. Bergmann Hieratische Texte Taf. 9. 3. Naville Bubastis 57. Ztschr. f. ägypt. Sprache XV 19), welcher der ,Urkräftige‘ bedeutet, [1272] also, wie Plutarch angiebt, eine Hinweisung auf das ἀνδρεῖον enthält. A. wird in der Nachricht, die Plutarch vorlag, ein Sohn des Zeus und der Isis genannt und dem Dionysos gleichgesetzt. Nach Lepsius Meinung (Ztschr. f. ägypt. Sprache XV 19) ist damit ein Osiris gemeint, welcher (Totenbuch CXLII 24) den Beinamen Ḥeršaʿyf führt, einen Beinamen, der jedoch nichts von der erforderlichen Etymologie des ἀνδρεῖον enthält. Golenischeff (Ztschr. f. ägypt. Sprache XX 143) sucht die Gleichsetzung mit Dionysos daraus zu erklären, dass A. nicht den oben genannten ägyptischen Gottesnamen, sondern den Namen des Gottes רשף‎ wiedergebe, dessen Aussprache zwar zweifelhaft ist, der aber einen Gott von so specieller Bedeutung bezeichnet, dass die Hellenen darin schwerlich ausser dem Antaios (vgl. Antaiupolis) auch noch den Dionysos darin hätten wiedererkennen können. Als identisch mit Dionysos wurde Ἀρσαφής vielmehr wohl nur in der vereinzelten Notiz hingestellt, die Plutarch zufällig vorgelegen hat, und die auch nur gegen die Gleichsetzung von Osiris mit Dionysos gerichtet ist. Es wird doch unter Ἀρσαφής nichts anderes zu verstehen sein als Ḥaršaf, in welchem allerdings die Hellenen für gewöhnlich den Herakles erblickt haben (s. Herakleopolis).