Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2225–2226
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5) L. Annaeus Cornutus (Vorname bei Charis. GL I 127) aus Leptis (Suidas s. Κορνοῦτος; vgl. Steph. Byz. s. Τέργις; aus dem nahen Thestis nach Steph. Byz. s. Θέστις), stoischer Philosoph und Lehrer der Dichter Persius und Lucanus (vgl. Vita Persii in Persii et Iuvenalis saturae ed. Jahn-Buecheler p. 54 und Epit. Diog. Laert. Herm. I). Er wurde von Nero im Jahre 66 oder 68 verbannt. Dio Cass. LXII 29. Hieron. Chron. z. J. 68. Persius vermachte ihm seine Bibliothek. Über seine Schriftstellerei Suid. a. a. O. ἔγραψε πολλὰ φιλόσοφά τε καὶ ῥητορικά. Über Bruchstücke der rhetorischen Schriften s. Graeven Cornuti Rhetor. Epit. (Berlin 1891) p. XXVIII. In lateinischer Sprache verfasste er eine Schrift de figuris sententiarum (Gell. IX 10, 5) und einen Vergilcommentar (Ribbeck Proleg. in Verg. 123ff.), auch eine Abhandlung de enuntiatione vel orthographia (Cassiod. GL VII 147). Die erhaltene Ἐπιδρομὴ τῶν κατὰ τὴν Ἑλληνικὴν θεολογίαν παραδεδομένων, welche früher nach der verderbten Lesart der Vulgärhandschriften den Namen Phurnutus führte, ist eine trockene, schulmässige Darstellung der stoischen Mythendeutung, welche die Göttersagen als allegorische Einkleidung der stoischen Physik betrachtet. Dass sich Cornutus in seiner Darstellung an ältere ausführlichere Bearbeitungen des Gegenstandes anschloss, sagt er selbst p. 76 ed. Lang. Ausgaben: Osann Gött. 1844. Lang Bibl. Teubn. 1881. Martini [2226] De L. Annaeo Cornuto, Lugd. Bat. 1825. Teuffel-Schwabe R. L.-G. 299, 2. Zeller Philos. d. Gr. III 1³, 689.