Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 18081809
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Ambrones, nach den Berichten der alten Schriftsteller ein gallisches Volk von unbestimmten Wohnsitzen, das sich den Cimbern und Teutonen anschloss und mit diesen gegen die Römer zu Felde zog. Nachdem sie 105 den Manlius und Caepio besiegt hatten, wurden sie 102 bei Aquae Sextiae von Marius geschlagen (Liv. epit. LXVIII. Strab. IV 183. Fest. ep. p. 17. Veget. de re mil. III 10. Oros. V 16 und besonders Plut. Mar. 15. 19. 20; vgl. Cass. Dio XLIV 42. L 24. Sueton. Caes. 9, wo Ambranos überliefert ist. Oudendorp [1809] Ambronas liest. Eutrop. V 1). Da sie immer in Gesellschaft der Teutonen erscheinen und die Angaben der Alten über die Züge dieser Völker mangelhaft sind, so ist die Vermutung, dass die Ambronen mit den Cimbern und Teutonen vereinigt aus dem Norden gekommen und ebenfalls germanischen Stammes sind, gerechtfertigt; vgl. Zeuss Die Deutschen 147ff., der S. 151 auf den Flussnamen Ambra (Emmer) und den althochdeutschen Mannsnamen Ambricho hinweist (auch Glück Keltische Namen 18f. Müllenhoff Deutsche Altertumskunde II 114). Nach Fest. ep. p. 17 bezeichneten die Römer turpis vitae homines als ambrones (Ambrones fuerunt gens quaedam Gallica qui subita inundatione maris cum amisissent sedes suas, rapinis et praedationibus se suosque alere coeperunt. eos et Cimbros Teutonosque C. Marius delevit. ex quo tractum est, ut turpis vitae homines ambrones dicerentur); vgl. Placid. gloss. 12, 4 und viele andere Glossare (die Zeugnisse bei Holder Altcelt. Sprachschatz s. Ambrones). Im allgemeinen über die Ambronen zu vgl. Desjardins Géogr. de la Gaule II 114ff. 309ff. Mommsen R. G. II⁷ 183f.

[Ihm.]