Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 380
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3) König der Molosser um 470 v. Chr. A. suchte Verbindung mit Athen; angeblich bemühte er sich sogar um ein Bündnis, das aber auf Themistokles Rat abgelehnt wurde (Plut. Them. 24, 2; vgl. Thuk. I 136, 2 m. d. Scholien und Scholien zu Aristeides XLVI p. 680 Dind.). Als Themistokles später (um 466) auf seiner Flucht notgedrungen bei ihm Schutz suchte, gewährte ihm A. trotz der früheren Gegnerschaft Zuflucht und lieferte ihn den verfolgenden Häschern nicht aus: Themistokles wurde sicher bis Pydna geleitet und konnte von hier die Fahrt nach Asien antreten (Thuk. I 137, 1; vgl. Plut. Them. 24, 3. 25, 2. Corn. Nep. Them. 8, 5. Diod. XI 56, 1–4). Eine bereits von Thukydides (I 136, 3. 4. 137, 1) verwertete, nach der Telephossage gestaltete Legende lässt Themistokles auf Rat von Admetos Gattin den Sohn des Königs ergreifen und mit ihm am Herd des Palastes hilfeflehend niedersitzen. Die Legende findet sich später häufig weitergebildet und ausgeschmückt: der Name der Königin, Phthia, wird zugefügt u. a. m. (Plut. Them. 24, 2. 3. Corn. Nep. Them. 8, 4. Diod. XI 56, 1. Aristodem. 10. Pseudo-Them. Br. 5, 20 Hercher). Weiterhin wird A. nicht mehr erwähnt.