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Titel: Pariser Freunde
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aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 464
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[464] Pariser Freunde schreiben uns aus der französischen Hauptstadt: „Haben Sie die neue Brochüre „L’Empire du Rhin“ schon gelesen? Göttliches Machwerk des kaiserlich französischen Uebermuthes! Inhalt folgender: Gründung eines großen Deutschlands mit Ausschluß von Preußen und Oesterreich, Wiederherstellung Polens, Ungarns, Irlands, eines lombardisch-venetianischen Königreichs (unter Herzog von Parma), – kurz, Oesterreich, Rußland, England, Preußen, Alles muß Haare lassen und sich den kaiserlichen Bestimmungen unterwerfen. Oesterreich empfängt jedoch die türkischen Fürstenthümer als Entschädigung, Preußen dagegen sinkt durch den Verlust der Rheinlande und des Großherzogthums Posen zu einer Macht von acht Millionen und seine Armee natürlich auf die bekannte „Potsdamer Wachtparade“ herab. Der Papst wird von dem zur Veränderung für den Katholicismus schwärmenden Verfasser nicht vergessen. Er erhält Alles wieder, was ihm Piemont genommen hat. Ebenso der gute König Bomba II. Die Türken haben per Ordre de Mufti Europa zu verlassen, ein großes Griechenland unter katholischen Fürsten entsteht, England verliert fast alle Inseln des Archipels und der übrigen Meere, und tritt sie theils an Frankreich, theils an Griechenland und Spanien ab. Mac Mahon wird zum künftigen König von Irland. Was wollen Sie mehr?

Noch mehr Unverschämtheit entwickeln aber die französischen Zeitungen bei Besprechung der Badener Conferenzen. Da sollen „die Deutschen das Haupt ehrfurchtsvoll vor dem Kaiser entblößt haben, weil sie“ – man höre und lache nicht – „weil sie in ihm den treuesten Freund, die einzige Stütze der deutschen Nationalbewegung, den Mann, der sich jeder guten Sache annehme, erkannt haben.“ Das können Sie wörtlich hier lesen. Dagegen darf ich Ihnen versichern, daß man hier recht wohl von dem Zischen der Badenser unterrichtet ist, und eifrige Bonapartisten wie die Rohrsperlinge auf die „groben, unwissenden Deutschen“ schimpfen.“