Orientalische Früchteverkäuferin

Textdaten
<<< >>>
Autor: C. C.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Orientalische Früchteverkäuferin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 29, S. 485, 499
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Geschichte um ein Gemälde von William Adolphe Bouguereau
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[485]
350px

Früchteverkäuferin in den Straßen von Kairo.
Nach einem Gemälde von W. Bougereau.

[499] Orientalische Früchteverkäuferin. (Zu dem Bilde S. 485.) Dort, wo die „Muski“, die Hauptverkehrsader orientalischen Lebens von Kairo, aufwärts nach den Windmühlenhügeln zu in die Wüste mündet, traf ich sie, die schöne Levantinerin Targija, an der Ecke einer Seitengasse sitzend und ihre Granatäpfel den Vorübergehenden mit frommem Gruß anbietend. Und hier erlebte ich auch das Wunder, von dem ich gelesen, das ich aber bisher, täglich verfolgt von dem Bettelgeschrei „Bakschisch, Bakschisch“ nicht für glaubhaft gehalten hatte, daß es nämlich selbst in Kairo Leute geben sollte, welche eine Ware unentgeltlich anbieten, ohne daraus einen Gewinn zu erhoffen. Ich hatte gelesen, daß mannigfach ein Moslem, der eine Versündigung wider Allahs Gebote begangen hat, sich die Selbstbuße auferlege, eigenhändig im Ziegenschlauch Wasser aus dem Nil zu schöpfen und mit den Metallschalen klappernd durch die Straßen zu ziehen und den Wanderern einen Labetrunk oder saftige Früchte anzubieten.

Sie hatte es nicht nötig, an den Straßenecken zu sitzen, wie sie mir erzählte; aber der strenge Derwisch Mewsik vom Kloster der heulenden Derwische hatte ihr die Buße auferlegt. Doch trug sie, wie es schien, nicht allzuschwer an der Last, sondern plauderte gar heiter und vergnüglich, und die dunkeln Augen glänzten voll Lebenslust hinter dem bunten Tuch, wie wenn sie wohl wüßte, daß die Vorübergehenden am wenigsten ihrer Früchte wegen bei ihr stehen blieben. C. C.