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Noch einmal die deutsche Kunst auf der Pariser Weltausstellung

Textdaten
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Titel: Noch einmal die deutsche Kunst auf der Pariser Weltausstellung
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 768
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[768] Noch einmal die deutsche Kunst auf der Pariser Weltausstellung. Zu unserem mit diesem Gegenstand sich beschäftigenden Artikel in Nr. 42 der „Gartenlaube“ noch eine Ergänzung: Der als Autor des Entwurfes zu den beiden Pforten des Ausstellungssaales erwähnte Münchener Bildhauer heißt Gedon. Lorenz Gedon aber hat nicht nur den Entwurf zu diesen Pforten gefertigt, sondern der Entwurf zu der Anordnung und Ausschmückung des Ausstellungssaales überhaupt rührt ganz allein von ihm her. Im vorigen Jahre hatte er auf der kunstgewerblichen Ausstellung in München das Arrangement und die Ausführung der Abtheilung „Unserer Väter Werke“ ganz selbstständig besorgt und dadurch einen großen Theil zu dem bedeutenden Erfolge der Ausstellung beigetragen. Der umsichtige Oberleiter der deutschen Kunstausstellung in Paris, Anton von Werner, hatte in Gedon den Mann richtig erkannt, der mit wahrhaft künstlerischem Geschmack mit einer von warmem Patriotismus getragenen Thatkraft in der gegebenen kurzen Frist jenen so wesentlichen Theil der Aufgabe vorbereiten und durchführen konnte. Wie jeder große Feldherr weiß, welche Aufgaben er seinen einzelne Generalen stellen kann, so hat Anton von Werner sein Feldherrntalent bewiesen, indem er Gedon mit vollem Vertrauen in jener Richtung ganz selbstständig nach eigenem Plane vorgehen ließ.

Gedon hat, was daheim vorzubereiten möglich war, in München nach seinen Entwürfen, unter seinen Augen und seiner Leitung fertigen lassen. Mit dieser Ausrüstung und umgeben von seinem Generalstabe zog er etwa eine Woche vor Beginn der Ausstellung in’s Feld. Dieser Stab bestand aus seinem Freunde, dem Maler Heinrich Lossow, und zweiunddreißig schlichten, aber guten und erprobten Münchener Arbeitern.

Wie er alle in München mit den Vorarbeiten Beschäftigte zu rastlosem Eifer und außergewöhnlicher Thätigkeit anspornte, so hat Gedon seinen Generalstab mit dem patriotischen Gedanken beseelt, daß es gelte, eine deutsche That zu thun, den Siegen auf blutigem Schlachtfelde einen neuen auf dem friedlichen Felde der Kunst anzureihen.

Wir haben gesiegt. Die deutsche Kunstausstellung in Paris übertraf, wie unser Artikel mit Recht hervorhebt, „als Ganzes in ihrer edeln Würde, ihrer geschmackvollen Einrichtung und Ausstattung, ihrer einladenden freundlichen Stimmung die ganze lange Reihe der Nachbarn – ihr kleiner Saal war der schönste der gesammten Kunstausstellung aller Völker.“ Und das war – wie wir gern hinzufügen – wesentlich das Werk Lorenz Gedon’s.