Noch einmal „aus der Schlacht bei Sedan“

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Titel: Noch einmal „aus der Schlacht bei Sedan“
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aus: Die Gartenlaube, Heft 43, S. 713, 724
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[713]
Die Gartenlaube (1870) b 713.jpg

Eroberung von drei Mitrailleusen in den Hohlwegen von Sedan durch das sächsische Regiment „Friedrich August“.
Nach der Natur aufgenommen von unserem Specialartisten F. W. Heine.

[724] Noch einmal „aus der Schlacht von Sedan“. (Mit Abbildung auf S. 713.) „Ich habe Ihnen,“ schreibt uns unser Feldmaler F. W. Heine Mitte September aus Chocherel, „in meinem Briefe, welcher das Bild vom Sturme der Sachsen auf das Dorf Daigny (vergl. Nr. 41, S. 687, Abbildung S. 685.) begleitete, erzählt, daß, während das Regiment Nr. 105 den dort geschilderten Kampf in dem Hohlwege ausführte, unsere Regimenter 103 und 104 in nächster Nähe im Feuer standen. Heute bin ich so glücklich, Sie sicherlich mit dem Bilde einer Heldenthat erfreuen zu können, welche damals nur etwa zweihundert Schritte rechts von jener Kampfstelle im Hohlwege entfernt das 104. Regiment vollbrachte.

Die Eroberung von drei Mitrailleusen durch dieses sächsische Regiment ‚Friedrich August‘ ist der Gegenstand meiner Darstellung. Auch hier waren steile Abhänge und Schluchten zu überwachen, welche der Feind mit seinem gefährlichsten Feuer beherrschte, denn die Mitrailleusenkugeln sind nun einmal die gefürchtetsten von allen französischen Geschossen. Dazu hielten die Franzosen außerordentlich tüchtig bei ihren Geschützen aus und unsere Infanterie erzwang den Sieg nur dadurch, daß sie, nachdem sie ein tiefes Thal durchbrochen hatte und bis in die Nähe der unheimlich knarrenden Kugelspritzen emporgeklommen war, die Bedienungsmannschaft möglichst sicher auf’s Korn nahm. Als Menschen und Pferde, darunter sieben Schimmel, stürzten, stürmten die Unsrigen vor und vollendeten ihr Werk. Rechts von ihnen focht das zwölfte Jägerbataillon ebenso eifrig mit, Hauptmann Winkler handhabte sogar selbst ein Gewehr bei diesem Angriff.

Nachdem diese Eroberung gelungen war, stürmten unsere Truppen unaufhaltsam die Höhe hinauf und jenseits wieder hinunter gegen das Dorf Daigny los, das ebenso versteckt wie freundlich in einem reizenden Thale liegt. Vor demselben mußten die Unsrigen vier volle Stunden lang sich gegen einen Feind halten, der hinter jedem Gehüsch, jedem Hause, jedem Gemäuer hervor seine Geschosse gegen sie schleuderte. Endlich widerfuhr ihnen noch das Schlimmste in solch einer Stellung: die Munition ging ihnen aus! Dennoch wichen sie keinen Schritt zurück: sie suchten eben möglichst Deckung für sich zu gewinnen, und so gelang es ihnen, auszuharren, bis endlich die mit felsenfestem Vertrauen erwartete Verstärkung wirklich herankam. Da gab’s ein Hurrah aus voller Brust, und nun war die Eroberung des Dorfs nur noch die leichtere Arbeit. Rasch hinausgetrieben, flohen die Franzosen ihrem Verhängniß in Sedan zu. Mich aber erfüllt es mit einer stolzen Freude, dieser Waffenthat unserer braven Sachsen in Ihrer Gartenlaube dieses bescheidene Denkmal setzen zu können.“ Nach einer anderen Aufstellung soll auch das 13. sächsische Jägerbataillon an dieser Mitrailleusen-Eroberung stark betheiligt gewesen sein.