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Autor: Ein orientirungslustiger Vielreisender
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Titel: Noch eine Bitte an Eisenbahndirectionen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 154
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[154] Noch eine Bitte an Eisenbahndirectionen. Auf den obscursten Bahnhöfen im lieben Deutschland sieht man jetzt zeigende Hände und Tafeln mit den ortsüblichen Inschriften: Brunnen, Pumpe etc. Wie wohlthätig ist dies, was man jahrelang unbegreiflicher Weise entbehrte, entbehren mußte wegen Sorglosigkeit und Inhumanität mancher Bahnverwaltungen! Dankbar ruft mancher Vorbeifahrende wohl aus:

„Das hat mit ihrem Artikel
Die Gartenlaube gethan!“

Diese könnte noch etwas thun, da es fast ebenso unbegreiflich lässig und inhuman ist, die Fahrpläne dem Publicum überhaupt nicht oder nicht lesbar auszuhängen.

Wie man nach Baltimore und Odessa kommt, das ist breit auf allen Corridoren und Wartesälen angeschlagen – aber die Nachbarstation?

Selbst auf königlichen Bahnen sah ich oft neben dem Billetschalter den Befehl: „Das Bahngeld abgezählt bereit zu halten!“ Wie aber, wenn weder Plan noch Taxe irgendwo zu lesen ist? In irgend einem Winkel des Flurs hängt ein abgelaufener und unlesbar gemachter Plan, dessen Ziffern gar nicht zu entziffern sind. Wie wäre es, wenn Befehl erlassen würde, neben jedem Billetschalter in angemessener Entfernung von Zugwind und Gepäckträgercarambolage einen auffallend eingerahmten Fahrplan der eigenen Bahn wenigstens anzubringen? Geschieht dies unter einer starken Glasplatte, so ist der Beschädigung auch besser vorgebeugt. Die einzelnen Stationen selbst müßten auf den verschiedenen Plänen nebst Abfahrtszeiten farbig unterstrichen werden.

Erwerben Sie sich durch Besprechung dieser Angelegenheit neue Verdienste um die reisende Menschheit, der von Reichswegen Manches jetzt zugestanden werden kann!

Ein orientirungslustiger Vielreisender.