Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Punkt“ in Meyers Konversations-Lexikon
Seite mit dem Stichwort „Punkt“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 13 (1889), Seite 468
Mehr zum Thema bei
Wikisource-Logo
Wikisource: [[{{{Wikisource}}}]]
Wikipedia-Logo
Wikipedia: Punkt
Wiktionary-Logo
Wiktionary: Punkt
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Indexseite
Empfohlene Zitierweise
Punkt. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 13, Seite 468. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Punkt (Version vom 04.12.2023)

[468] Punkt (Punctum), Interpunktionszeichen, das in Inschriften hinter jedem einzelnen Wort steht, um es von dem folgenden zu trennen, hinter einzelnen Buchstaben aber andeutet, daß es abgekürzte Wörter sind, z. B. A. (Aulus), C. (Cajus), Aug. (August) etc. Als eigentliches Interpunktionszeichen steht der P. am Ende eines Satzes oder einer Periode (vgl. Interpunktion). Auch versteht man unter P. einen ganzen Satz und den in einem solchen Satz ausgesprochenen Gedanken; daher in puncto puncti, scherzweise s. v. w. in betreff einer (verdächtigen) Sache; in puncto sexti, in betreff des sechsten (Gebots). In der Geometrie ist P. nach Euklid das, was keine Teile und keine Ausdehnung hat; durch die Bewegung des Punktes entsteht die Linie, welche von Punkten begrenzt wird. P. heißt auch der Ort, wo sich zwei Linien schneiden. In der Arithmetik ist der P. das Zeichen der Multiplikation. In der Musik ist ein P. über oder unter der Note das Zeichen des Staccatovortrags, dagegen rechts neben der Note das der Verlängerung der Geltung derselben um die Hälfte: = , = u. s. f. (vgl. Noten). Vor Einführung des Taktstrichs (um 1600) konnte der P. eine mehrfache Bedeutung haben; bei perfekter Mensur war er entweder das punctum perfectionis, nämlich wenn er einer Note beigegeben war, für deren Gattung die Dreiteiligkeit vorgeschrieben war, z. B. bei der Brevis im Tempus perfectum, oder er war das punctum divisionis, wenn er Noten kleinerer Gattung trennte und verhinderte, daß dieselben zu einer Perfektion zusammengerechnet wurden; in diesen beiden Fällen bedeutete er das, was heute der Taktstrich ist. Bei imperfekter Mensur war er als punctum additionis das, was er heute ist, Verlängerungspunkt. Ein P. im Kreis oder Halbkreis bedeutete die Dreiteiligkeit der Semibrevis.