Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Alphabēt“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 408
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Alphabēt. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 408. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Alphab%C4%93t (Version vom 20.08.2021)

[408] Alphabēt (von Alpha und Beta, den zwei ersten griech. Buchstaben), Bezeichnung der Gesamtheit der Buchstaben einer Sprache, d. h. sowohl der Laute als der Zeichen, nach ihrer herkömmlichen Reihenfolge, zu deutsch: ABC. Die Versuche, in der Anordnung des Alphabets, die wir von den Römern, diese von den Griechen und die Griechen wieder von den Phönikern übernommen haben, ein durchgreifendes Prinzip zu entdecken, haben zu keinem Ergebnis geführt, und es ist nur so viel gewiß, daß diese Anordnung von den Phönikern oder einem andern semitischen Volk herrührt und ebensowenig die ursprünglichen Erfinder des Alphabets, die Ägypter, zu Urhebern hat als die Benennungen der einzelnen Buchstaben, welche die Griechen von den Phönikern übernahmen. Vgl. Schrift. Ein streng phonetisch angeordnetes A. ist dagegen das altindische (s. Devanagari), in dem zuerst die Vokale und dann die nach dem Organ angeordneten Konsonanten kommen. – Das musikalische A. ist die Reihenfolge der zur Bezeichnung der sieben Stammtöne gebräuchlichen Buchstaben (in Deutschland und Nordeuropa): c, d, e, f, g, a, h. In Frankreich, Italien und den südlichen Ländern Europas sind die ehedem ebenfalls gebräuchlichen Buchstabenbenennungen der Töne den von der Solmisation herrührenden Silbennamen: ut (do), re, mi, fa, sol, la, si gewichen. – Naturhistorische, technische etc. Alphabete sind Zusammensetzungen von naturhistorischen oder technischen Figuren zu Buchstaben, ein Lernspiel für Kinder. Man verkauft sie als Bilderbogen, aufgezogen, oder auch, auf Brettchen geklebt, in Schachteln.