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Textdaten
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Autor: Karl Biedermann
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Titel: Literarisches Anliegen
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aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 112
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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Literarisches Anliegen.

Bei Gelegenheit des Erscheinens meines culturgeschichtlichen Werkes:

„Deutschland im 18. Jahrhundert“, I. Band,

sind mir von mehreren Seiten dankenswerthe Ergänzungen und Berichtigungen zu diesem I. Bande, aus handschriftlichen und sonstigen unmittelbaren Quellen geschöpft, zugegangen. Indem ich nun den zum Theil mir persönlich unbekannten, ja ungenannten Einsendern hierdurch für ihre Freundlichkeit meinen Dank abstatte, fühle ich mich zu dem Wunsche gedrungen: es möchten auch Andere, die im Besitze ähnlicher Quellen (z.B. Ortschroniken, Criminal-, Polizei- oder Verwaltungsakten, Familienpapiere, Tagebücher, Correspondenzen, endlich auch verbürgte mündliche Ueberlieferungen) sich befinden, mit dergleichen Zuvorkommenheit mich bei meiner Arbeit unterstützen. Besonders willkommen würden mir sein: Mittheilungen über inneres Familienleben, gesellschaftliche Sitten und Gebräuche, häusliche Erziehung, religiöse und moralische Gemüthsstimmungen, freundschaftlichen und sonstigen Geistesverkehr einzelner (wenn auch nicht gerade namhafter) Personen, Sittlichkeitsverhältnisse einzelner Orte oder einzelner Gesellschaftsklassen, und andere dergleichen, gewöhnlich zum größern Theil der Oeffentlichkeit und der Aufbewahrung in gedruckten Geschichtsurkunden sich entziehende Seiten des Culturlebens aus dem 18. oder auch der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Auf diesem Wege würde es möglich sein, eine Masse des werthvollsten culturgeschichtlichen Materials, zu welchem auf andere Weise kaum zu gelangen ist, für die Darstellung jener Zeit zu verwerthen und diese selbst dadurch um Vieles anschaulicher und inhaltvoller zu gestalten. Wünschenswerth wäre eine genaue Bezeichnung der benutzten Quellen behufs der erforderlichen Bürgschaft für die Zuverlässigkeit der Angaben. Die Verlagshandlung des Werkes (J. J. Weber in Leipzig) ist bereit, derartige Einsendungen (auf buchhändlerischem oder einem ähnlichen Wege ihr zugestellt) an mich zu übermitteln.

 Leipzig, im Februar 1855.
Karl Biedermann.