Hauptmenü öffnen

Literarische Anzeigen (Illustrirte Zeitung, 1843, Heft 1)

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Literarische Anzeigen
Untertitel: Illustrirte Werke im Verlage von J. J. Weber in Leipzig
aus: Illustrirte Zeitung, Nr. 1 vom 1. Juli 1843, S. 16
Herausgeber: Johann Jacob Weber
Auflage:
Entstehungsdatum: 1843
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: J. J. Weber
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: [1]
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[16]
Zweites Capitel.
Von Franz und Marie, Frau Forster und Major von Horn, nebst einigen Notizen aus der Geschichte der Poesie oder einem Catalogue raisonné poetischer Heldinnen.

Der junge Mann hieß Franz.

Seine Braut hieß? – Ja, das weiß ich wirklich selbst nicht. – Wenn es Dir recht ist, lieber Leser, so wollen wir ihr den Namen Deiner Geliebten geben. – Aber wie? Du hast noch keine oder keine mehr! Nun so wähle unter den folgenden Namen denjenigen, der Dir am Besten gefällt. Soll sie Gretchen oder Laura, Klärchen oder Beatrice, Lotte oder Thekla, Heloïse oder Luise heißen. Wir können sie auch Fanny nennen oder Julia, Lisbeth oder Thyrza, Eleonore, Stella, Eliza ........

Du siehst mich verwundert an und fragst mich, woher ich alle diese Namen gerade geholt habe, die Dir sämmtlich entweder gesucht oder unpassend erscheinen. „Wer wird denn eine Lisbeth lieben und nicht wenigstens Elisa oder Betty daraus machen, wenn er nur ein Bischen zartes Gehör im Herzen hat“ – bemerkst Du. – Lieber! Elisa ist bekanntlich das Weib, wie es sein soll, von C. A. Fischer, der zugleich Gott und dem Teufel diente, und neben solchen, die philisterhafteste Häuslichkeit predigenden, Büchern auch unter dem Namen Althing unsittliche Romane schrieb. Ein Weib, wie es sein soll, wird aber kein vernünftiger Mann lieben, das hält er auf die Länge unmöglich aus, denn ihre übermäßige Tugend ist, wie alles Uebermäßige in der Welt, schlimmer als Sünde, wenigstens langweiliger. Auch klingst Elisa so sentimental, und die Sentimalität haben wir gottlob in Deutschland endlich ein Bischen abgeschüttelt. Gegen Betty habe ich dagegen Nichts weiter einzuwenden, als daß kein großer Poet seine Auserkorene in seinen Poesien je unter diesem Namen verherrlichte, während der Name Lisbeth von einem leider zu früh von der Erde geschiedenen Dichter wahrhaft verherrlicht worden ist. – –

„Also, die oben angeführten Namen gehören sämmtlich Heldinnen der Poesie an?“ unterbrichst Du mich von Neuem.