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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Leipziger Schatzgeschichten
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aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 369-370
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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424) Leipziger Schatzgeschichten.
Prätorius, Gazoph. Gaud. Leipzig 1667. 8. S. 179. 183. sq.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts ließ Jemand in seinem Keller in Leipzig nach einem Schatze graben, und als ihn die Gräber schon so weit gebracht hatten, daß er gehoben werden konnte, da ließ die besorgte Mutter ihren herzugerufenen einzigen Sohn nicht hinuntergehen. So bekamen sie nur 50 Thaler, das Uebrige aber versank wieder bis zu der Zeit, wo er wieder reif wird.

Ein anderes Mal hat ein Geist die Magd etliche Male des Tags und Nachts gerufen, sie solle mit in den Keller hinabkommen, um einen Schatz zu heben. Das hat sie niemals [370] thun wollen, der Geist aber hat nicht nachgelassen, sondern kommt nochmals bei Tage, und ruft sie in den untersten Keller. Sie will nicht gehorchen, da bittet er sie, sie solle doch kommen, und wie sie abermals nicht will, trägt der Geist den Schatz aus dem Keller heraus und ziemlich auf die Treppe hinauf und tritt zu der Magd, die oben auf der Treppe steht und hinunter gehen will, und bietet ihr den Schatz an. Diese schreit greulich, daß alle Leute im Hause rege werden. Darüber ist der Geist so unmuthig geworden, daß er eine gräßliche Gestalt annahm und die Magd heftig drückte, daß sie es lange Zeit nachher fühlte. Im Uebrigen ist das Geld auf der Treppe stehen geblieben und der Herr im Hause hat es zu sich genommen, das Gespenst aber hat die Magd hart gescholten, daß sie sich in ihr Glück nicht zu schicken gewußt, ihr und keinem Andern sei das Geld beschieden gewesen.[1]


  1. Eine ganze Sammlung von Schatzgeschichten aus Leipzig und der Umgegend sind gesammelt in den Leipziger Nachrichten von 1865 und auch in einem Separatabzuge besonders herausgekommen.