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Autor: Heinrich Noë
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Titel: Der Hansjochenwinkel
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 27, S. 440–443
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Reisebericht aus der Artikelserie Land und Leute, Nr. 50
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[440] Land und Leute.

Rr. ^'o. '^ptelzeng mw der .^öhe.

Vilder asss desn l.^rödener schale von Heinrich !^ol

Astes Körperliche hat seiss Wiederfpiel im Geistigen. Aus ^ dieser Wahrssehntnssg, zss der auch ohne den Fittig snächtiger Ein- bildussgskraft vorgedrungen wird, bermhess Lehrssteinnssgest , deren Propheten es ihrer Zeit ein Kleines däuchte, mit ihrer Hülse Gott, die Welt, sich selbst und Astes zu erklärest. Atsch aus die Ratur und das MeuscheSSlebeSt in desn ..köstlich irischen“ Grödener Dhale, in welches wir nsssere Leser heute führen, dars dieser Satz ange- wandt werden.

Von nnseress Gelehrten wissen wir, daß eissst über Dhälern der Alpen, aus deress Gründen jetzt der sestrigste Wein hernssreift. viele tansend FSSß dick und ties die RiSSde graublauen Gletscher- eises lagerte. Die Pslasszen und die Dhiere, welche datnals am Rande des Eises in dess Dhälern lebtess , habest sich , als andere Lüste über diese ihre Welt hereinbrachen, aus die winterlichen Höhest zurückgezogen. Mesachess nssd ihre Rede sind aus der Diese vertrieben und ist ratche Hochtäler gedrängt worden.

Als die Rötner in das Alpestgebirge Rhätiests ^ gelangten, nnterwarsen sie dessen Istsassen und zwangest ihnest ihre Sprache aus. Wo irgend eist Stasnm der Varbaren sich mit desn Volke ^ Latiums vereinigte, entstastd alsbald durch diese Mengung eine ^

^ .^as heutige t^raSSbändeSS, ^irol, Vorarlberg und baierische Hoch- gebirge. ^. ^ed.

jener Sprachen, die wir heutzutage nach ihrem durchschlagenden Hauptisshalt romauache nennen. Deren giebt es aber nicht süns oder sechs, wie snan nsss in den SchnleSS gelehrt. sondern mehr als hnndert , denSt astenthalbest wssrde das LateiSS in anderer Gestalt,

iss verschiedenartiger Abänderung und in tnancherlei Anpassnssg der bisherigen Mnttersprache eingemengt.

Zu einer solchen romanischen Sprache begnensten sich denn auch die Vergvölker zwischen den Ouesten des InSS und Rhein und den Usern der Etsch und Piave. Eist rvmastach redendes Volk wohnte im früheren Mittelalter vosn Gonlafee bis. in's baierische Gebirge hinein und von GrnnbündeSS bis zu.den Dolomiten von Ampezzo. In diese zu.aSntneSShängende Reihe wstrden aber bald gersssanische Keile eingetrieben. Vaiern, Alesnannen ssssd TrüSnmer anderer dentscher Stäntme drangen in die bestest der Dhäler. Die ,.Ronsaness“ nnterwarsen sich, nahtnen die Sprache der Eindrissg- linge an oder verschwanden. So sind ins grüness Inn- ssssd Eifgkthal nur an Rasnen von .G'ehösten, Waldstücken und Fatren die Spurest der Vergewaltigten hasten gebliebess . ^ iss astem Uebrigen ist das Land deutsch geworden, als ob es nie anders gewesen wäre.

Wie einst mit der Aessderung von Lstst nssd Wetter die Dhiere und Pstanzen jener aeseress Dhäler sich in der alten

[441] 
Die Gartenlaube (1882) b 441.jpg

St. Ulrich im Grödener Thal in Südtirol.
Nach der Natur gezeichnet von R. Püttner.

[442] Heimath nicht mehr behaglich fühlten und nur dort weiter gediehen, wo keine Umwandlung zu verspüren war, so geschah es auch mit den Menschen. Eine der breitesten Lücken, welche die germanische Stnrmstnth in den zu.ammenhängendett Ring der Rhätier einriß, deren Rede sich mit dem Latein der alten Eroberer vergnickt hatte, ist diejenige, die zwischen dem Engadin und den Gebirgen des Eisakthales klafft. Dort ist aus der alten Val Venofta das heutige Vintschgatt und aus dem romanischen Pattzanttm , Bolsanttm, das detttsche Vozen geworden. Die Rhätier haben deutsch reden ge- lerttt - oder sie gedeihen drinnen in den Hochthälertt, aus den Matten unter den bleichen Dolomitbergem Dort hattsen sie heute noch, die ,.Laditts“.

Das anziehendste aller ladinischen Dhäler ist Gröden, das bei Waidbruck zwischen Vrtr.en und Vozen in's Eisakthal ausmündet und sich nach oben , wo seine Wasser zusammenannen , in große Kalkwüsteneien hinein verästelt. Es ist schön, grün, wafferreich, von wundervollen Bergen umringt, unter denen die grünende, von zahlreichen Heerden und munterem Sennervolk belebte Seiseralpe obenan steht. Wer dieses herrliche Stück dentscher Erde nicht ge- sehett, den mögen von der Wahrhaftigkeit unseres Lobes die trefflichen diesettt Artikel beigefügten Püttner'schen Zeichnungen überzengett.

Im unteren Dheil des Dhales haben sich die Ladins nicht erhalten. So weit wärmere Lnft reicht und Fruchtbäunte stehen,

hat auch der Verkehr seine Wellen herein geworfen. Die Zunge des Verkehrs aber ist deutsch. Au dieser Seite des Gebirgs hängen die Ladins an Zirden und Fichten. Ihre Sprache gehört

zur Alpenflora.

Die Laditts find in ihren eigenen Augen, gleich den Rumänen, die echtefteu aller Abkömmlinge des Römervolkes. Jetzt schnitzen sie dort oben, hoch in ihren Berghäusertt, von deuen viele so weit über das Meer aufragen, wie Brocken .oder Schneekoppe, einen nicht geringen Dheil der Spielwaaren welche in hereynischer Dies- ebene das Chrtftattd feinen dentschen Schütztingen bangt.

Das ist so zu.egangett. .... Doch wozu.ein geschichtlicher Erettrfus^ Es ist ebettfo wenig auf Jahr' oder Dag hinaus festzu. stellen, wann die Grödener anfingen, ihre Spielwaaren zu schttitzen, wie es von den Berchtesgadenern oder Obermnmergmtertt bekannt ist, oder wie man weiß, wer in Mittenwald die erste Cither gemacht hat. Packen wir die Sache von ihrer sinnlichen, malerischen Seite !

Ich habe in meinem „ Dentschen Alpenbuch“ iGlogan, Flemtnings gefagt. „Jetzt war der Abstieg zu. Ladinergebiet erreicht. Weit schaute das Auge auf die blauen Gipfel von Cadore, in die fernen Corridore, die nach Wälschland hinabführen zu den Palästen des Venediger Landes. Dort grünt der Lorbeer, rauschen die Brunnen und stehen weiße Vilder - hier oben aber, auf der armen Höhe,

liegen Zirbenklötze, mit Zweigen zu.edeckt. .Das werden Röstern fagt der Führer. Das heißt, es kommen Männer heranf, welche die Hölzer mit fortnehmen und daheim Pferde und ähnliches Spielzeug daraus schnitzen. Bald fällt vielleicht das Licht des Weihnachtsbaums in festlicher Stnbe auf die Röffer, die jetzt noch in diesen Klötzen eingeschloffen find.“

Ich fetze nnnmehr andere Vilder hinzu.

Am Abhang von St. Chrifatta, wo der Wafferfall gegen die vielblnmigen Wiesen herabstättbt - im Angesicht des Langkosel, um den langsam die Wolken wandeln, gehen gebückte Gestalten, Weiber und Kinder. Sie bengen sich unter Dragkörben. Unter dem Büchlein, welches oben über den Korb gebreitet ist, schanen Füße von Dhieten, Schellenkappen von Hanswursten heraus. Sie ..liefern ab“. Der „Verleger“ nuten in St. Chraaua oder St. Ulrich ist es, dem sie zuschleppen, was während der letzten Woche daheim , bei Sonnenschein oder bei Lampenlicht , von Alt und Iung aus dem Holze herausgearbeitet worden ist.

Richt fetten fittd es auch die Vilder des gekreuzigten Erlöfers oder von Heiligen, die da langfam von mühseligen Menschen am Rande der Felswände dahin getragen werden.

Wieder ein anderes Vild!

Es ist Mitternacht. Mit mächtigerem Ranschen ^wie das scheinbar oder in Wirklichkeit zu. Rachtzeit alle Waffer thnn) zwängt sich der Dhalbach den Engpäffen entgegen. Der deutsche Vaner drnnten im Eisakthale liegt schon seit Stnnden in den Federn, nachdem er sich, wenn nicht müde gearbeitet, doch müde gebetet hat. Hier glänzen helle Punkte, hinauf, weit hinauf an den Matten bis unter die grauen Wände hin. Es find nicht Glüh- würmer im Radelwald, es find nicht Feuer der Hirten. Hier

brennen die Rampen, und hinter den Lampen fitzen die Menschen mit ihren Meffern. Da hänfen sich Hügel von ganz rohen Schafen, Hunden, Kühen und Ziegen, die olle im Handumdrehen gemacht werden und für deren eines nicht einmal ein ganzer Krenzer als Entgelt abfällt. Da wachsen die Gliederpttppen und die Wiegenpferde aus Blöcken von Fichten- und Föhrenholz heraus.

Es geht hier allenthalben nmgekehrt zu, wie bei den „Ver- wattdlungen“ des lateinischen Dichters. Hier tritt die menschliche Gestalt aus dem Holze heraus, während sich bei dem Poeten so ost die hüllende Rinde eines Banmes hinter der verfolgten Rhntphe schließt und ihre emporgeftreckten Arme als lange Aefte gegen den Himmel schanen.

Wieder ein Bild! Hoch oben auf der Vergwiefe glänzt ein weißes Hans, auf der Sonnenfeite des Dhales. Es ist ein müh- fames Gehen dort hinattf, auf den schmalen Wiesenwegen, zwischen den Gerftenseldern hindurch - wenn die mittägige Sonne sich an die sähen Halden legt. Dort oben im fanberen Hanfe wohnt ein gerühmter Bildschnitzer. Bei ihm stnden wir lebettsgroße Gestalten der heiligen Geschichte - vielleicht auch Jagdftücke, kunstvolle Becher. Der Schnitzer ist der vornehmste unter den Arbeitern oben. Er schafft nicht für einen ..Verleger“ , er brancht keinen Vermittler zwischen seiner Arbeit und denjenigen, die ihrer be- dürfen. Att ihn wenden sich Gemeinden und Pfarrer, die ihre Kirchen verschönern wollen. Gleichwohl kommt seiner Behausung das Ausseheu einer kleinen Fabrik zu.- denn die Baider und anderen Gehülfen im größeren Ranme beschäftigen sich als „Faß- tttaler“. Schon der Leimgernch der Farben. die Attsdünstung der Lacke deutet uns an, was diese treiben. Hier malen sie dem heiligen Iohannes feinen schönen. mädchenhaften, etwas hektischen Deittt und die goldblonden Haare an, dort nmgeben sie den Wundenrand eines Märtyrers mit blutigem Carmin. Man stndet da Gefellschaftett in golden und filbern strahlenden Gewändern von ganz feltsamen Geberden und Stellungen, welche die Gestalten gegett einander einnehmen.

Anch die Unglücks tafeln, an denen das Hochthal ein ziemliches Bedürfniß hat, werden vom Faßmaler angefertigt. Er stellt die Begebenheit dar und liefert auch den Te^t, und zwar je nach Wunsch in italienischer oder dentscher Sprache, denn zur Schriftfprache hat sich das Grödenische noch nicht zu.erheben vermocht. Es ist, nebenbei gesagt, sehr schwer, einen Brief in dieser Sprache sich zu verschaffen. Außer dem Cttraten Vinn, der eine Grammaak ge- schrieben, find nur von ein paar Sprachforschern kleine Te^te im Ladiu veröffentlicht worden. Anch mit ihrem Gott. reden die Ladins nicht in der Muttersprache. Es wird dentsch, zumeist aber italienisch gepredigt, und wer etwa bei einer Proeeffion den Weibern zuhört, die mit ihren hohen schwarzen Wollmützen, denen blane Bündchen als Zierrath angeheftet find, betend einhergeschritten kommen , der wird sich bald überzengen , daß es die angelernte Kirchensprache ist, in welcher sie die Formeln hersagen.

Die Hünser in Gröden find zumeist fanber, aber als die schönsten muß man, wie leichtbegreiflich, die der „Verleger“ gelten lassen. Die „Verleger“ find es, welche das meiste Geld haben. Infam und Prinoth werden heute als erste „Firma“ genannt. Das wichtigste aller Verlegerhüttfer ist aber das von Pttrger, für die Geschichte des Dhales wenigstens, hat es doch zum ersten Mal der Grödener Arbeit Gebiete über dem Meere erschlossen. Purger war der erste große Kausmanu im Dhale. Ihm ist es zu danken, daß die Grödener eine Straße haben. Denn, es darf daran er- innert werden. früher mnßten sie mit ihren Dragkörben den Ab- grnnd umgehen. in welchem der Dhalbach zu. Eisak vorbacht.

Lüngs des natürlichen Weges, den das Wasser vorzeichnet,. konnten sie nicht hinauskommen. Es ist dort eine Klamm hinter der anderen, und die Draufen der angeschmetterten Wellen im untern Lauf des Dhalbaches, der als ein langhingeftreckter Wafferfall gelten kann, sprühen hoch in den Schatten der Felsen hineitt. Da mußten sie hoch oben hernmklettern, die Dräger, über Laien und St. Peter, und weit über den Porphyrwall hinsteigen, der dem Dhale vor- gelagert ist. Sie waren zu steigen genöthigt, um in die Diese zu kommen. Pnrger erklärte es für seine Aufgabe, der Mühsal ab- zuhelfen, aber er hatte ohne die Staatsweisheit jener Dage ge- rechnet. Es darf nicht Straßen banen, wer da will, wer sie zu nützen trachtet und den Bau selbst zahlt. Vier, fünf Reisen nach Wien, der allnnterthänigften Vorstellungen vor den höchst Gewaltigen, der Bücklinge und Bitten bedurfte es, bis den armen Grödeneru [443] 

gestattet wurde, in ihre eigenen Taschen zu.greisen und sich auf ihre Kosten einen Weg nach den Stationen des Verkehrs anzulegen. Ohne Pttrger krabbelten die Krar.enträger noch heute über da^ Ioch. Selten vermeldet, wie wir wissen, eine rnhmredige Gedächtnifüasel den wahren Ramen desjenigen, den man als den Urheber de^ Perkes ansehen sollte. Meist erscheint in Goldlettern der Raine irgend einer Verson , die gar nichts oder vielleicht^ nur durch die Mühe einer Uuterschrift mit demselben ein wenig zu.schassen hatte. Pnrgers Rame aber ist dort, am Felsen unter Pontifes, mit Recht eingegraben und alle Vorübergehenden müssen des Mannes gedenken. Wenn die Vnchstaben der Inschrist längst nnleserlich geworden sind, wird man im Thale noch vom „alten Purger“ erzählen. Er hat seine Heimath erschlossen. Anch in anderer Hinsicht bleibt sein Andenkest geehrt. Es stel ihm nicht bei, das Mark der Grödener anszuuutzeu. Der Gegensatz von Geld und Arbeit wurde damals dest arsnest Schnitzern

nicht essspsindlich. Pstrger wäre es nie in den SitSSS gekoSSSSneSt, durch schlechte RahrSSSSgsSSSittel, dssrch versälschte Milch eiSSen Dheil des ausgezahlteu Lohues Svieder in die eigeSSe Dasche zu briSSgeSt.

Der Asssang nssd Fortgassg der Grödener Schsatzerei hat viele Aehnlichkeit sssit der Geschichte der MittenSvalder Geigenindustrie. Es ist in Grödeu SSicht so gegaSSgeSS, wie beispielsweise iss Partessarchess- Oberassssssergass , wo dssrch das Austreten eiSSes einzigen MaSSSSes

künstlerisches Lebest ist Fluß kasss nssd die Arbeit ssrplötzlich aus

dem Vereiche geSvöhSSlichster HansiSSdSSstrie in dess des GeschSSSackes hinüber gehoben wurde. Grubest hatte keissess Michael Sachs, wie das baierische Hochlassb. Erst iss sseuester Zeit hat die österreichische RegierSSug, SSSSS Jahrzehute hiSSter dest Rachbarst nachhinkend, durch

Errichtung eisser Schuitzschule daraus hisszsswirken assgesangen, daß

nicht die Grödener Arbeit durch geschSStackvollere Leistungen der Mit-

bewerber allenthalben asts desn Felde geschlagen werde.

Die Holzschnitzerei in Gröden begaSSSS isss Lassse der ersten

Hälste des achtzehsslen Jahrhssnderts. Zuerst erstreckte sie sich SSur aus RahSSSeSS, Krar.essträger schleppteSS diese HolzrahSSSeSt über dess

Verg hinans, und war der Vorrath ihres Dragkorbes erschöpst, so

kehrten sie SSSSS. Allgemach wssrde eist solcher Verkehr zu.nSnständlich und lästig. Es lohnte sich SSicht mehr, mit so geringen VorrätheSt weite Reisen, wie nach PrenßeSS und RSißlaSSd, zu Snachen, und so ließen sie sich an entlegeSSere Orte WaareSS SSachsühren. Es ent-

standen Depots, Niederlagen.

Die Nachfrage nach dess billigest Erzengnissen wurde iSSSSSter

größer, und allmählich thateSS sich MänSSer iSSt Dhale selbst aus, welche Waaren zu.aSSSmenkausten oder aus Vestellung ansertigen

ließen, Verleger. Ein Veispiel asts dieser Periode des Grödener

Handels bietet uns DoSSSiniens Mahlknecht. Als langer Vnrsche

begann er Snit seiSSeSSt Trugkorbe zu.hansiress, sammelte ssach SSSSd nach Geld ass ssssd wssrde Grußhässdler. Als er starb, berechSSete

man sein VerSnögen aus eine halbe Million Gnlden.

Wie bei aller VetriebsaSSSkeit, so SSiSSSSSSt auch in den Grödener

Schnitzwaaren die Rachfruge ab nssd zss. Eisses der besten Jahre war l^l^. In diesesn Jahre betrssg das Getvicht der von Gröden ans-

gesührten SchnitzereieSS ^.tll.^.' CentSter, ihr Werth ^,l^ Gnldess. Während der stebessziger Jahre benserkte snan sühlbarest Rückgang. Dermalen hingegen sverdess die Spielfachest aus Groden Soieder viel begehrt. Der Arbeiter ist nicht verlegest sssss Abstttz , nssd er ist es, welcher vosn Verleger gefacht wird - ssicht tssstgekehrt, wie es wohl schon iss schlisssssseress Zeiten der Fall war. GleichSvohl dürsest die Grödener ssicht vergessen, daß sie gefährliche Reben-

bnhler habest. So lastge iss den Knststhandlungen Istsssbrncks die schönsten Stücke von dem, was dort als „tiroasche Schssitzsvaare“ feilgeboten wird, nicht von ihstett herrührest, steht ihresst Ehrgeize

noch ein weites Feld offeSS. Assch ist es vielleicht nnttöthig, daß sich die Verleger auf ihre Kosten bereichern, SSSSd köSSSSteSS sie es den ASSSpezzaner FiagraSt-ArbeiterSS uachSSSacheSS, Svelche sich zu.einer Genossenschast zSSwSSSSSSeSSgethan haben.

llsster den Mästnerm , welche sich SSSSt dess Forlschritt des Grödener Kunstgewerbes verdiesst gesnacht habest, sssssß der dersstalige Zeichnungslehrer Herr Sotriffer ersvähsst sverdess. Er svohsst sseben der Kirche zu.St. lllrich, isst Assgesicht des gesvaltigest Grudesser Wahrzeichens , des Langkofel. Seine Vehasssung bietet schösse Astssicht, seist Gespräch Eissblick ist die Geschichte des Thales

GrödeSt und die Mauuigsaltigkeit seiner Statur. GelegeSStlich sei

ersvähsst, svie seiss Rassse zu desjenigen gehört, an Svelchen man die beliebte Germattisätion der rotSSanischen Rausen zss stndirest ver- mag. Sotrisfer kontmt her von .^otto rirnr, das heißt nsster desn

Hang, Rain , und wäre demnach mit Unterrainer zu übersetzen Dieser Rame ist zu.vergleichen mit Aldosser, Welponer, Pineiter,

die von al ao.^, ^ul bmm, SaS.tS.ito abgeleitet sind und etwa mit Vühler, GSStthaler, Fichtner verdentscht werden könnten.

Nachdem ich so viel über die Grödener nSSd ihre Schnitzereien gesagt, gestatte ich snir einige Worte über ihre Wohnstätten.

WäreSS die hohest Schrofen ssicht, die steil ist das obere Thal abfalless, so möchte sich der WaStderer beim ersten Anblick in irgend eiSSes der Thäler des baierischen Voralpengebirges versetzt glanben. AllgegeSSSoärages Grün voSS RadelholzSoäldern und Wiesest nssd dazSvischen verstrestt Sveiße Hässfer. In der That verrathen die rosssanischess Grödener, iss ihrer Weise zss Svohnen, ssicht die gerissgste Verwastdachaft snit den italiessischen Rachbarn.

Diese letzteren lieben es Sticht, sich in vereinzelten Hänfetm an-

zsssiedelst. Sie ballen ihre Wohnstätten zttsasstssten nssd das seste MatterSverk ihrer Dörser gleicht eitsetn hernntergekosnsssenen Theile der ssächsten bestess Stadt. Die Ladists aber folgess dem ger- sssassischest Triebe, der schoss den rösnischest Schriftstellerss der Kaiser- zeit assfstel. .Rvsssanisch dagegen ist die Theilnahmlofigkeit an der Verschönerung des eigenen Heiuss durch die PflaSSzenwelt.

Wohl find hier die Lüfte raSSh - aber iss ssoch rassheren Thälern des deutschen Hochlandes fehlt nie das SveSSSS auch SSoch so dürfage

Gärtchen vor der SchSvelle snit der flüchtigen Zier seiner Mohn- blttmeSS , Päossiess oder Asterss. Dornas küsnsssert sich aber der Grödener ssicht. Isss Herbste l^l beifpielsSveife werden wohl die nseiften Fresssden kopfschüttelnd bessserlt haben , Svie mitten im Dorfe St. Ulrich, in svelchem die Verleger so schösse Häufer steheu habess, der assfehuache Rausst nördlich vosn Adlersvirthshanfe, gegen

dest Purger'schest Palazzo hiu, ausschließlich von Disteln und nur vost Distelss gedeckt Svar ein Sveiter Distelacker, so dicht von diefess StachelgeSvächfess bedeckt, als ob die VeSvohner von ihnen und ssicht von ihrer Arbeit oder vost Vrodfrüchtett leben müßten.

Vädeker's verdienstvolles HandbSSch zählt alle ZSSgänge in's Thal aus. Fahrbar ist SSSSr der dssrch die Klasstsssest des Thürfen- baches, dereSS Waffer- ssnd Felsassfichtess gesviß von Iohn Vall zss geristg geschätzt Sverdess, SveSSSS er fagt, daß „ihre Seeaerie sich kattsss zssr Gröfze erhebt“. Herr H. I. Meyer ia Leipzig dagegen bestndet sich ins Rechte, tvenn er in seinen „Dentschen Alpen“

Gröden ein ..köstlich frisches Thal“ ssennt.

Freilich ist es ein ganz anderes Ding, sich dem Grödener Dhale über irgend eines der Iöcher zu.nähern. Sie sind alle leicht zu.begehen, bis oben hinasss Snit Gras. zaSSt Thea aach mit Vättsssen. bewachsen. Wer da oben geht. sieht die Pracht der Dolotnite. Er staSSSSt die Größe ihrer Steilwände. die Zerrissen- heit ihrer Zackess , noch SSSehr aber vielleicht die Kühnheit der Menschen aSS, deren Fssß sich ssicht dssrch die Schreckstisse abhalten

ließ, sssit Svelchen die Geister der Gipset sich gegen menschliche

Annähermtg verteidigen. Was da gesvagt svird, das möge die

Erzählung der Fran Antonie SaSStner, die eiste Nacht auf dem Laugkosel zugebracht hat, aSSdeuteSS. Ich habe dieses wundersame

Abessteuer iss sneissem „Vozesser Führer“ nsitgetheilt.

^Eissen lehrreichen Gegesssatz bietet der PstaSSzeSttvachs des aatereSS tsüd des obereSt Thales. Dort SSSSten, iss dest von iäh ab-

stürzessbest Wasserst dstrchtostess Essgen, hängt die Trunbe von tssstigesss Pfahldache ssssd sversen RnßbäuSne und Kastanien ihre Schattest über dess silbagest Schansn. Dort oben, isst Langthal, svo die letztess Trüsssssser von Wolkesssteist stehen, gedeiht die Leg- söhre nsss schsseesveißes Geröll. Keist Wnssder - denn bis zu. letzten Gaststätte, VlaSS, ldesseSS sressssdliches Wirthshaas gepriesen sei, hebt sich das Thal SSSSS angesähr Meter.

Wer GrödeSSs Hochkare tSSSd SchSteeselder, seine voSS so SvStnder- lichest Sagess belebten Felseistödest , seine staubenden Väche und dsmklest FichtenSvälder iss eisser Vildergallerie vereinigt snchen will, der lasse sich von Franz Moser iss Vozest eine Sasnmlstng der Lotze'schest Photographien kommest'! Roch besser sreilich, SveStn er desn solgt, was ich ilnn iss meinem Abschiedssvorte anruthe.

Die „Gartenlaube“ hat schoss Sätze ist Sprachest entlegener Erdtheile gebracht, aber noch leisten isss hissschsvistdessden Idiome der Rhätorusnassess. Meist Grssß sei also ist dieses gesvandet. in-

desss ich sage. tmua.^m ^..a^u mar tSttu.^ ls.r^ .^tr^ckt..^ tam

moittu a^.lat, b^lla ^trl a^ lUmrsloitm. kl lt...., tru^rso.^ sl'uut.r'i

tu' uuito ! Das heißt verdentscht. Ich keSttte schier alle Wege, die in's schöne Grödener Thal sichren. Mögen recht viele ASSdere Snir nachsolgen!