Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1888/27)

Textdaten
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Titel: Kleiner Briefkasten.
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aus: Die Gartenlaube, Heft 27, S. 468
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[468] H. D. in Magdeburg. Die Wappen sind ohne Zweifel aus dem buntbemalten Schilde der gallischen und germanischen Völker entstanden, denn Wappen ist das gleiche Wort wie Waffen. Sie waren ursprünglich ein Vorrecht des waffenführenden Adels. Die Wappen der Städte, Kirchen und Klöster mögen von dem Paniere entstanden sein, mit welche die Angehörigen der Stadt oder des Abtes in Feld zogen; die Schildform war hier blos Nachahmung. Mit dem Aufblühen der Städte nahm der Gebrauch der Wappen auch bei dem Bürgerstande zu. Früher war mit der Ertheilung eines Wappenbriefes auch die Erwerbung des Adels verknüpft; im 16. Jahrhundert aber war diese Standeserhebung nicht mehr damit verbunden und der Kaiser verlieh auch Wappen allein. Von dieser Zeit an erhielten auch die kaiserl. Pfalzgrafen das Privilegium, Wappen zu ertheilen, von welchem sie einen sehr ausgedehnten Gebrauch machten, natürlich gegen entsprechende Bezahlung. Ueber den Grund, welcher eine Person oder eine Korperation veranlaßte, dieses oder jenes Wappenbild anzunehmen, ist selten etwas Zuverlässiges bekannt, wenn nicht etwa ein redendes Wappen vorliegt, wobei der Etymologie allerdings oft großer Zwang angethan wird. Heutzutage werden von den Heroldämtern nur mit dem Adel Wappen verliehen; doch steht es jedem frei, sich ein Wappen nach eigenem Geschmacke beizulegen, sofern er sich nur nicht solche regierender Häuser und adeliger Familien, Staatswappen etc. heraussucht oder irgend welche Rechte aus der Führung seines Wappens ableiten will. Eine große Anzahl bürgerlicher Familien hat ein Wappen geführt. Selbstverständlich ist es ein Unsinn, wenn ein Wappenfabrikant einem Herrn Braun in Berlin ein Wappen giebt, das zufällig einmal ein Braun in München führte; das gleiche Wappen führen doch nur die, welche nachweisbar zur selben Familie gehören, nicht jene, welche zufällig den gleichen Namen haben. Ein Recht haben diese Wappenfabrikanten gar nicht; es wird sogar mancherlei Schwindel von solchen getrieben und öfters, um ihren Angaben mehr Wahrscheinlichkeit zu geben, ein angeblich „in Nürnberg befindliches ‚Europäisches Wappenbuch’ Bd. 96 Fol. 840“ (oder ähnliche hohe Ziffern) citirt, das aber noch niemand gesehen hat.

Freund der „Gartenlaube“ in L. Auf Seite 360 des laufenden Jahrgangs unseres Blattes soll es in dem Markittschen Roman „Das Eulenhaus” nicht Prinzeß Margarethe, sondern Prinzeß Katharina heißen.

C. K. in R. Solche Bücher können Sie sich in jeder Sortimentsbuchhandlung vorlegen lassen.

V. K. Kothes „Kathechismus der Gedächtniskunst” (5. Aufl., Leipzig, J. J. Weber) dürfte Ihren Wünschen entsprechen.

K. V. in Dresden. Der Dorfroman von Ludwig GanghoferDer Unfried“, den unsere „Gartenlaube“ brachte und der wohl den Lesern unseres Blattes eine lebhafte Theilnahme eingeflößt hat, ist als Buch im Verlag von Adolf Bonz u. Komp. in Stuttgart erschienen.