Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Industrie aus der Sonnenrose
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 43, S. 520
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
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Erscheinungsdatum: 1854
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[520] Industrie aus der Sonnenrose. In England fängt man mit steigendem Profite an, die große, gelbe, großköpfige, saamenkornreiche Sonnenrose[WS 1] auf die beste Weise zu cultiviren und auszubeuten. Erst ernten die Bienen aus ihren unzähligen kleinen Saamenblüthen (jedes Saamenkorn hat eine besondere) die reichlichste Menge Honig und Wachs. Die Saamenkörner geben, wie Leinsaamen behandelt, große Massen des besten Oeles für den Tischgebrauch u. s. w., besonders auch für Maler, welche für blaue und grüne Farben kein besseres Oel finden können. Als Mast für Geflügel giebt es kein besseres Mittel, als Sonnenrosensaamen. Die Seife von Sonnenrosenöl ist ein herrliches Schönheitsmittel für die Haut, welche es weicher, zarter und weißer macht. Als Bartseife ist sie die vorzüglichste. Fasanen, von diesem Saamen gefüttert, bekommen ein reicheres, farbenvolleres Gefieder. Das Mehl aus den Saamenkörnern giebt das feinste Kuchenwerk und dem Brote eine größere Nahrhaftigkeit und Verdaulichkeit. Endlich gewinnt man aus der großen Staude die feinsten Fasern, die wegen ihrer Seidenartigkeit in China häufig unter die Seide gemischt werden. So erweist sich die bekannteste aller Blumen, die bisher nur für einen bäuerischen Zierrath galt, plötzlich als eine der reichsten und ergiebigsten im Acker- und Gartenbau für industrielle Zwecke. Sie gedeiht überall ohne Pflege in unbenutzten Winkeln. In großer Menge cultivirt man sie zwischen Kartoffeln, wo sie nach letztem Behacken zwischen die Furchen à 12 Fuß von einander gesteckt werden. In China baut man Hunderttausende von Centnern Sonnenrosensaamen und bereitet Futter, Seide und Oel daraus. Die Staude soll sich zur Verarbeitung in Papier eignen. Ein Ackerbauer Englands gewann im vorigen Jahre beiläufig allein aus seinen Sonnenrosen über 700 Thaler aus dem Saamen, aus Honig und Wachs und den mit dem Saamen gemästeten Thieren. In jeder verwelkenden Sonnenrosenscheibe steckt ein guter Neugroschen. Wer also Groschen liebt, weiß nun, wie er sie sich wachsen lassen kann.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Sonneurose