Hēr van Valkenstēn (Erk, Variante 1)

Textdaten
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Titel: Hēr van Valkenstēn
Untertitel:
aus: Deutscher Liederhort,
S. 37–38
Herausgeber: Ludwig Erk
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Th. Chr. Fr. Enslin
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Erscheinungsort: Berlin
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Kurzbeschreibung:
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14a. Hēr van Valkenstēn.


Mäßig. Mel. nach Georg Forster’s „Frischen Liedlein. Th. 2. 1553.“
Noten


1.
Ik sāch minen Heren van Valkenstēn

to siner Borch op rieden;
ēn Schild förte hē beneben sik her,
blank Swert an siner Sieden.

2.
„God gröte ju Heren van Valkenstēn!

sin jī des Lands en Here,
ei so gebet mir wedr den Gefangen mīn,
um aller Jungfroun Ere!“

3.
‚‚‚De Gefangene den ik gefangen hebbe,

de is mi worden suer,
he ligt tom Valkenstēn in dem Tōrn,
dårin sal he vervulen.‘‘‘

4.
„Ligt he dan tom Valkenstēn in dem Tōrn,

sal he dårin vervulen,
ei so wil ik wal jegen de Müren trēn
un helpen Lefken truren.“

5.
Un as se wal jegen de Müren trat,

hört se fien Lefken drinne.
„Sal ik ju helpen, dat ik nich kan,
dat nimt mi Wit un Sinne.“

6.
‚‚‚Nå Hūs, nå Hūs, mine Jungfroue zart,

un tröst ju arme Weisen!
Nēmt ju op dat Jār enen annern Man,
de ju kan helpen truren!‘‘‘

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7.
„Nēm ik op dat Jār enen annern Man,

bi eme möst ik slåpen;
so lēt ik dan ōk jo mīn Truren nich,
slöch he mīn arme Weisen.

8.
„Ei so wolt ik, dat ik enen Zelter hett,

un alle Jungfroun rieden,
so wolt ik met Heren van Valkenstēn
um min fien Lefken strieden.“

9.
‚‚‚O nē, o nē, mine Jungfrou zart!

des möst ik dregen Schanne;
nēmt ji jue Lefken wal bī de Hand,
trekt ju met ūt dem Lanne!‘‘‘

10.
Ūt dinem Lanne trek ik so nich,

du gifst mi dan en Schriven,
wen ik nu komme in fremde Land,
dat ik dårin kan bliven.“

11.
As se wal in en grōt Hede kam,

wal lude ward se singen:
„Nu kan ik den Heren van Valkenstēn
mit minen Worden twingen.

12.
„Då ik it nu nich hen seggen kan,

då wil ik dōn hen singen:
dat ik de Heren van Valkenstēn
mit minen Worden kont twingen.“


(„Deutsches Museum. 1785. Leipzig.“ II, 381. Nach einer Handschrift vom J. 1737.)

1. saach, sah. Borch, Burg. op, auf. rieden, reiden. beneben, beineben, dicht neben; holl. beneven. – 2. gröte, grüße. ju ,euch. sin ji, seid ihr. wedr, wedder, wieder. – 3. hebbe, habe. suer, sauer. Toorn, Thurm. vervulen, verfaulen. – 4. jegen, gegen. Müren, Mauern. treen, treten. helpen, helfen. Lefken, Liebchen. truren, trauern. – 5. as, als. fien, fein. Wit, Witz. – 6. Na Huus, nach Hause. Weisen, Waisen. – 7. bi eme, bei ihm. slapen, schlafen. leet, ließ. – 8. Zelter, Zeltroß; vom mhd. zëlten, im Passe oder im Schritte gehen. – 9. dregen, tragen. jue, euer. trekt, zieht. uut, aus. – 10. gifst, giebst. Schriven, Schreiben. bliven, bleiben. – 11. groot, groß. Hede, Heide. lude, laut. twingen, zwingen. – 12. hen, hin. seggen, sagen. doon, thun.