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Textdaten
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Autor: N. N.
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Titel: Gott ist mit uns!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 69
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[69]

 Gott ist mit uns![1]

Gott ist mit uns! Der Trübsal Macht,
Sie muß an diesem Fels zerschellen.
Gott ist mit uns! Die tiefste Nacht
Muß dies Bewußtsein uns erhellen.
Komm an mein Herz, Du Liebste mein
Und stimme selig mit mir ein:
Gott ist mit uns und wird es sein!

Du holdes Engelsangesicht!
Wär’ ich zu blöd’, es zu erkennen
Aus Deiner Augen heil’gem Licht
Würd’ es mir in die Seele brennen:
„Gott ist mit uns, Geliebter mein!“
Und stimmen müßt’ ich mit Dir ein:
Er ist mit uns und wird es sein.

Doch längst schon hab’ ich’s ja erkannt,
Erkannt aus tausend lichten Spuren,
Seit jenem Tag, da wir gebannt
Weit von einander Treu’ uns schwuren;
Seit durch der Liebe Zaubermacht
Ein neuer Lenz in uns erwacht.
Ein Lenz von niegeahnter Pracht! –

Ein Lenz in öder Winterzeit,
Ein üppig Grünen, Knospen, Blühen,
Ein Wonnejauchzen tief im Leid,
Ein selig Ineinanderglühen,
Vereintes Wachsen himmelan
Trotz Kerkernacht und Trennungsbann – –
Solch Wunder hat nur Gott gethan!

Und als aus seiner Liebe Schooß
Uns jenes heil’ge Pfingsten tagte,
Wo Lippe sich an Lippe schloß,
Ein trunkner Blick dem andern sagte,
Ein Puls dem andern es erzählt’,
Daß Seel’ in Seele wir vermählt
Von Gott einander auserwählt.

O süße Braut, Du meine Lust,
In diesem Herz an Herzen schlagen,
In diesem Beben Brust an Brust
Da mußten wir uns jauchzend sagen:
Gott ist mit uns, sein Geist umweht
Uns fühlbar, sichtbar, wallt und geht
Durch uns in seiner Majestät!

Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott
In diesem Kuß, mein holdes Leben!
Einst wird er enden alle Noth,
Der Liebe volles Glück uns geben.
Dann, o Du Heißgeliebte mein,
Dann stimmen dankerglüht wir ein:
Gott war mit uns und wird es sein!


  1. Der Verfasser dieser an seine Braut gerichteten Zeilen ist politischer Gefangener in W. Möge sich sein gottvertrauendes Hoffen recht bald dadurch rechtfertigen, daß er der Freiheit, seiner Braut und seinen hochbetagten Aeltern zurückgegeben wird.
    D. R.