Gefährliche Beobachter

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Titel: Gefährliche Beobachter
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aus: Die Gartenlaube, Heft 45, S. 756
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[745]
Die Gartenlaube (1870) b 745.jpg

Soldaten vom Garde-Füsilier-Regiment.   Major v. Claer. General v. Moltke.   Montmartre.   Fanal. Mont Valerien.
 Fanal.  Saint Denis, Stadt und Dom.  Invalidendom. Triumphbogen.

Moltke recognoscirt auf den Höhen von Garges vor Paris.
Nach der Natur aufgenommen von unserem Specialartisten Fritz Schulz.

[750] Gefährlicher Beobachter. (Mit Abbildung S. 745.) Im engen Ring, unzerbrechbar und immer fester umklammert, schließt sich die Mauer von Erz um das moderne Babylon, und von allen Höhen dräuen die deutschen Geschütze, der „Königin der Städte“, der „steinernen Bibel“, wie sie Victor Hugo nennt, die eitlen, prahlerischen flunkernden Fetzen vom Leibe zu reißen und ihr den entsetzlichen Ernst dieser Tage, der sich auf den Boulevards noch immer nicht einstellen will, mit klarem Worte deutlich zu machen.

Den stillen Geist, der all die gewaltigen Hämmer regiert, welche jenen eisernen Ring um Paris schmieden, sehen wir leibhaftig in der Illustration, welche Fr. Schulz bei der Belagerungsarmee vor Paris aufgenommen hat und die den General v. Moltke auf einer Recognoscirung, begleitet von seinem Adjutanten, dem Major im dreizehnten Dragonerregiment, v. Claer, darstellt. Der Standpunkt des Generals ist auf den nördlich von Paris gelegenen Höhen von Garges; zu den Füßen der Feldwache liegt Stadt und Dom St. Denis, die altehrwürdige Begräbnißstätte der Könige von Frankreich. Hinter St. Denis erhebt sich der wegen seiner Fernsicht über Paris vielgerühmte Montmartre, dem zur Rechten, auf der westlichen Seite, der Mont Valerien sichtbar wird, dessen Höhe von dem in den letzten Tagen öfter genannten Fort gekrönt ist. Zwischen beiden erheben sich die Kuppel des Invalidendomes und der Triumphbogen.

Die beiden im Schutze der Feldwache aufgestellten Signale sind Feuerzeichen, Fanale, durch welche die Truppen von dem Ueberfall einer Vorpostenlinie benachrichtigt werden. Bald dient hierzu ein brennender Holzstoß auf einem hohen Punkte, bald die Lärmstange, eine in die Erde befestigte hohe Stange, welche mit Stroh umwunden, mit Pech übergossen und mit Pulver überstreut, oben aber mit einer umgekehrten Pechfackel versehen ist, welche letztere durch eine Pechtonne oder Stroh vor Nässe geschützt wird. Bei einer jeder dieser Lärmstangen steht ein Posten, welcher dieselbe sofort entzündet, wenn er eine andere brennen sieht.