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Textdaten
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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: Freudiger Bericht und neue Bitte
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aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 338
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[338] Freudiger Bericht und neue Bitte. „Sicherlich giebt es noch kinderlose Ehepaare genug, die ihr Herz nicht an einen Hund oder eine Ratte, an einen Canarienvogel oder einige Blumenstöcke verloren haben und die sich freuen, ein armes Kind und mit ihm sich selbst glücklich machen zu können“ – mit dieser Zuversicht sprach die „Gartenlaube“ im vorigen Jahrgange (S. 768) die Bitte für drei arme Schullehrerskinder aus, und schon auf S. 800 konnten wir melden, daß alle drei Waisen eine neue Heimath und neue Eltern gefunden haben. Der Segen jener Bitte ist aber noch größer geworden. Es hatten sich weit mehr Eltern angeboten, als Kinder da waren. Diesem Mangel sollte rasch abgeholfen werden. Wir dürfen nicht verschweigen, daß uns dazu der menschenfreundliche Eifer eines Schulmannes, den selbst ein Häuflein Kinder in die Sorgen und Freuden der Würde eines Vaters und Familienhauptes längst eingeweiht hat, in opferfroher Weise behülflich war. Dank seiner gewissenhaften Bemühung können wir heute berichten, daß auf jene Bitte hin im Ganzen zwölf Kinder, lauter arme Waise, welche öffentlichen Wohlthätigkeitsanstalten oder „Mindestfordernden“ zugefallen wären, liebe Eltern und das Glück der Familienerziehung gefunden haben. Zwei Mädchen und ein Knabe, die bisher unzertrennlich gewesen waren, blieben beisammen, einen einjährigen Knaben holte der neue Vater selbst zur Weihnacht ab und stellte ihn seiner Gattin unter den Christbaum. – Ja, es ist noch schön auf der Welt, wo die reine Menschenliebe so zu handeln vermag. Diese erhebende Erfahrung giebt uns den Muth zu der folgenden weiteren Bitte, die gewiß nicht unerhört bleiben wird.

Ein dreizehnjähriger Knabe von sehr gewinnender körperlicher und geistiger Bildung steht in Gefahr, am Unglück seiner Mutter mit zu Grunde zu gehen. Sie haben in jahrelanger Trübsal gelebt und – „das Elend nietet fester, als das Glück“. Der Knabe hat Niemanden auf der Welt, als seine Mutter; erliegt sie den Entbehrungen, was wird aus ihm? Sie, einst eine tüchtige, hochgebildete Lehrerin aus bester Familie, ist durch Krankheit in Noth gerathen und aus der Noth nicht wieder emporgekommen. Vielleicht erfreut das Herz kinderloser Eheleute der Gedanke, dem begabten Knaben den Lebenspfad zu ebnen, vielleicht auch findet für die Mutter sich eine Hand, welche ihr hilft, sich mit ihren reichen Kenntnissen als Lehrerin ihr Brod wieder zu erwerben. Wir dürfen für diese Unglücklichen nicht ohne höhere Erlaubniß sammeln, aber wir werden Denjenigen, welche sie direct unterstützen oder des jungen Menschen sich annehmen wollen, gern die nöthige Adresse mittheilen.

Fr. Hfm.