Ernestine Wegner

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Titel: Ernestine Wegner
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aus: Die Gartenlaube, Heft 46, S. 756
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1883
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[756] Ernestine Wegner. Es ist ein tragisches Verhängniß, das über den Vertreterinnen der heiteren Kunst in der deutschen Reichshauptstadt waltet. Tausende erfreuen sie durch ihren glücklichen Humor, durch die Anmuth ihrer Erscheinung und ihres Spiels, und sie selbst, die so viel Fröhlichkeit um sich verbreiten, steigen früh in’s Grab. Bald nach Mathilde Ramm-Beckmann und nach Adele Kren ist nun auch Ernestine Wegner gestorben, wie jene in der Blüthe ihrer Jugend und ihres Talentes, kaum nachdem sie ihren großen Ruf in der Künstlerwelt fest begründet hatte. Noch nicht dreißig Jahre alt, zur schmerzlichen Ueberraschung aller der zahllosen Freunde ihres Talentes, die kaum von ihrer Krankheit gehört hatten, ist Ernestine Wegner am 2. November in Wiesbaden entschlafen. Die „Gartenlaube“ hat im Jahre 1878, als Ernestine Wegner dem Berliner Wallner-Theater eine neue Glanzperiode schuf, das Portrait der Künstlerin und ihre Charakteristik aus der Feder Albert Traeger’s gebracht. Heute, wo wir den frühen Tod der unvergleichlichen Soubrette beklagen, können wir ihr kaum einen treffenderen Nachruf widmen, als mit der Wiederholung der damals geschriebenen Worte Traeger’s: „Ihr sprudelnder Humor, ihre liebenswürdige, kecke Unbefangenheit, ihre übermüthige Laune machen sie zu einer der vorzüglichsten, unwiderstehlichsten Soubretten, aber sie ist unendlich mehr als ein weiblicher Clown oder ein Hanswurst im Unterrock. Sie hat Natur und Herz und jenes feine Gefühl, das man den künstlerischen Verstand nennen möchte; ihre jedes Hindernisses spottende Gestaltungsfähigkeit bleibt immer auf jenem Gebiete, das von den Linien der Wahrheit und der Schönheit begrenzt wird.“ Dieser ewig lachende Mund hat sich nun für immer geschlossen.