Textdaten
<<< >>>
Autor: Hermann von Gilm
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Er sagte jüngst
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 202–203
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[202]

Er sagte jüngst.

Er sagte jüngst, ich wäre nur
Ein ganz unwissend Kind,
Das nie gefragt, was die Natur
Und Gott in Wahrheit sind.

5
Er sprach so schön, so bildervoll

Und gab mir auch ein Buch,
In dem ich fleissig lesen soll,
Sei’s auch nur zum Versuch.

Ich las und las; mir ward davon

10
Ganz wunderlich zuletzt:

Der liebe Herrgott wurde schon
Im Eingang abgesetzt:

»Es ist kein Gott, der denkt, der wie
Ein Künstler wirkt und schafft,

15
Was Gott ich nenne, ist nur die

Im Stoff latente Kraft«

Als ich im Walde diese Stell’
Mit lauter Stimme las,
Sprang von den Buchenwipfeln schnell

20
Der Sonnenschein ins Gras.
[203]

Er lacht, als er aufs nasse Moos
Mit Silberzehen tritt –
Und alle Blätter brechen los
Und lachen herzlich mit.

25
Ich schlug beschämt ob diesem Spott

Das Buch unwillig zu –
Und seitdem hat der liebe Gott
Von meiner Seite Ruh’.


H. v. Gilm.