Textdaten
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Titel: Emin Pascha
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aus: Die Gartenlaube, Heft 14, S. 421, 452
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: ausbleibende Reaktion Eduard Schnitzers auf Henry Morton Stanleys Buch „Im dunkelsten Afrika“
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[421]

Emin Pascha.
Nach der neuesten Aufnahme in Sansibar.

[452] Emin Pascha. (Zu dem Bilde S. 421.) Schicksale, wie Emin Pascha sie erlebt hat, gehen auch an dem wetterhärtesten Manne nicht spurlos vorüber. Das zeigt die Vergleichung unseres heutigen Bildes von Emin mit demjenigen, welches wir vor zwei Jahren (Jahrg. 1888, S. 621) unseren Lesern vorlegen konnten. Die Züge des Paschas sind ernster geworden, und deutliche Furchen auf Stirn und Schläfen verrathen die ausgestandenen körperlichen und seelischen Leiden. Aber dieses Antlitz zeugt nach wie vor für die unerschütterliche Thatkraft und den hohen Forschersinn des Mannes, der an der Spitze einer deutschen Unternehmung jetzt aufs neue dem Innern des schwarzen Erdtheils zugezogen ist, aus dem er kaum unter so eigenthümlichen Umständen „gerettet“ worden war.

Ueber die ganze civilisirte Welt schreitet jetzt Stanleys Buch „Aus dem dunkelsten Afrika“, von dem wir unseren Lesern in diesem Halbheft Kunde geben; ein Buch, das mancherlei Lobsprüche auf den Pascha von Aequatoria enthält, aber auch schwere Angriffe auf ihn, der sich nicht so ohne weiteres nach dem Herzen Stanleys und seiner englischen Auftraggeber retten lassen wollte. Man wußte schon lange, daß solche Dinge in dem Buche stehen würden, und am besten wußte es gewiß derjenige, dem Lob wie Tadel gilt. Aber Emin Pascha hat es bis jetzt vorgezogen, zu schweigen; noch ist ihm die That wichtiger als das Wort, und während sein amerikanischer Rivale sein umfangreiches Werk schrieb, traf er, der kaum von seinem schweren Unfall Genesene, bereits die Vorbereitungen zu einem neuen Zuge in das Innere – wohin, das hüllt sich vorderhand noch in undurchdringliches Dunkel.

Am Gelegenheit zur Niederlegung seiner Vertheidigung hätte es Emin Pascha nicht gefehlt. Die „Gartenlaube“ hatte sich sofort an ihn gewandt und ihm ihre Spalten zu einer Schilderung seiner Erlebnisse und Erfahrungen zur Verfügung gestellt. Leider aber hat ihn erst seine Krankheit, dann sein rascher Wiederaufbruch daran verhindert, für jetzt von dem Anerbieten der „Gartenlaube“ Gebrauch zu machen. Er schrieb uns aus Bagamoyo, 1. April 1890:

„Im Begriffe, eine neue Expedition ins Innere Afrikas zu leiten, wird es mir kaum möglich sein, mich schriftstellerischen Arbeiten zu unterziehen oder auch nur die durch ziemlich langen Aufenthalt in Afrika gewonnenen Resultate zu verarbeiten. Ich muß deshalb zu meinem Leidwesen das mich als alten Leser der ‚Gartenlaube‘ sehr erfreuende Anerbieten einer Veröffentlichung meiner Erfahrungen ablehnen. Wollen Sie mir jedoch gestatten, Ihnen hin und wieder einen Reisebrief aus dem Innern zu senden, so will ich das gern thun, ohne mich jedoch an bestimmte Termine zu binden. Genehmigen Sie u. s. w. Dr. Emin Pascha.“

Demnach dürfen wir also, wenn auch nicht in unmittelbarster Zukunft, so doch in einiger Zeit interessanten Mittheilungen des berühmten Afrikaforschers in den Spalten der „Gartenlaube“ entgegensehen. =