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Titel: Elche
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, 27, S. 130
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[105]
Die Gartenlaube (1899) b 0105.jpg

Elche.
Nach dem Gemälde von E. Otto.

[130] Elche. (Zu dem Bilde S. 105) In den Waldwildnissen Deutschlands waren einst die Elche oder Elentiere ziemlich stark verbreitet. Julius Cäsar erwähnt sie, und in deutschen Jagdverordnungen aus dem 9. und 10. Jahrhundert ist noch von ihnen die Rede. Mit der zunehmenden Kultur schwanden aber diese mächtigsten Vertreter der Hirsche rasch dahin. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in Sachsen und Schlesien die letzten Elche erlegt, und heute leben sie uns noch in dem äußersten Osten Deutschlands, in dem Ibenhorster Forst bei Tilsit in Ostpreußen. Die Ausrottung der Elche wurde nicht allein durch die Jagd bewirkt; die Tiere mußten vielmehr vor der Kultur weichen; denn in ganz besonderem Maße sind sie auf bestimmte Lebensbedingungen angewiesen und gehen zu Grunde, wenn ihnen dieselben fehlen. Ihre Heimat ist der Sumpfwald; in ihm leben sie gemächlich, indem sie die dünneren Zweige der Bäume und Sträucher, die Baumrinde und allerlei Sumpfpflanzen abäsen. Hier entwickeln sie sich zu kraftvollen Gestalten, die bei 2 bis 2 1/2 m Länge eine Höhe von 2 m und darüber am Widerrist erreichen. Ihr breites Schaufelgeweih bildet zwar keine besonders vorteilhafte Waffe, dafür verstehen sie aber ihre kräftigen Vorderläufe geschickt zu Verteidigungs- und Angriffszwecken zu verwenden, schlagen damit Bären in die Flucht und töten raublustige Wölfe. So können sie im Urwald den Angriffen der Raubtiere trotzen; wo aber die Kultur Sümpfe trockenlegt, wo geordnete Waldwirtschaft eingeführt wird, da fühlen sie sich beengt und beunruhigt, verlassen die Gegend oder gehen rasch zu Grunde. Gegenwärtig sind sie in nördlichen Ländern noch ziemlich weit verbreitet. Man findet Elche in Norwegen und im Norden des europäischen Rußlands sowie in den Sumpfwäldern Sibiriens.

Auch in Nordamerika leben sie, von der Behringstraße bis Kanada, und in diesen Gebieten, wo das rauhere Klima das Fortschreiten der Kultur erschwert, werden sie noch lange sich erhalten. In Deutschland verdanken sie ihr Dasein den Schongesetzen, welche für sie besonders geschaffen wurden. Bevor der Ibenhorster Forst in zwei Reviere (Ibenhorst und Pawellningken) geteilt wurde, hatte er einen Bestand von etwa 160 Stück Elchwild. Jetzt leben in dem Bezirke Ibenhorst 100 bis 110 Stück, davon 40 bis 50 Hirsche, einschließlich Spießer und Wildkälber, und 55 bis 60 Stück Mutterwild, einschließlich Schmaltiere und Wildkälber. Es werden jährlich 15 bis 25 Stück Kälber geworfen. Dieser Bestand hat sich seit 15 bis 20 Jahren annähernd gleich gehalten. Unsere Abbildung zeigt uns die Elche in ihrem Element, im Sumpfwalde. Im Vordergründe steht der Elchhirsch mit seinem prächtigen Schaufelgeweih und dem mächtigen Bart, einem beutelförmigen Hautauswuchs am Kehlkopf. Im Hintergründe rechts und links sehen wir einige geweihlose Tiere, d. h. weibliche Elche.
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