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Ein socialer Fortschritt in der Schweiz

Textdaten
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Titel: Ein socialer Fortschritt in der Schweiz
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 268
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[268] Ein socialer Fortschritt in der Schweiz. Mit den Fortschritten im Wissen müssen nothwendig auch die Fortschritte im Handeln Hand in Hand gehen, das Wissen muß sich aus seinem Traumleben in die konkrete Wirklichkeit umsetzen, um hier seine reichen Früchte zu tragen. Dies geschieht nur durch die Kraft des guten Willens, der zwar unsere Schweizerberge noch nicht hat versetzen können, dem wir aber andere Vortheile verdanken, die einen erfreulichen Beweis dafür abgeben, daß der Sinn für Häuslichkeit und Wohlstand in unserem Volke immer tiefere Wurzeln schlägt und jene gesunde Anschauung durch alle Schichten der Bevölkerung sich immer weiter ausbreitet, daß nicht durch kommunistische Systeme , durch Aufhetzung der Armen gegen die Reichen das materielle Glück der Menschen dauerhaft begründet werden könne, sondern einzig und allein durch Arbeit und Sparsamkeit. Die Vortheile, von denen wir reden, sind in handgreif­lichen Münzen niedergelegt in unsern Sparkassen. Der Stand des schweizerischen Sparkassenwesens nach dem Rechnungsabschluß vom 31. De­cember 1852 dürfte von allgemeinerem Interesse sein. Mit einer Einwohnerzahl von 2,312,000 zählt die Schweiz 167 Sparkassen. (Einzig der Kanton Wallis mit einer Bevölkerung von 80,000 Seelen besaß damals noch keine solche; seit dem 1. Juli 1854 besteht jedoch auch eine Sparkasse in der wallischen Gemeinde Champéri.) Bei derselben betheiligten sich 181,172 Einleger mit einer Summe von 60,368,172 Francs. Die Reserve­fonds betrugen 2,744,270, Franks. Vergleichen wir den Stand des Spar­kassenwesens von 1852 mit demjenigen von 1835, so zeigt sich ein sehr erheblicher Fortschritt. 1852 kam auf 13 Einwohner ein Sparkasseneinleger, 1835 einer auf 33 Einwohner. Damals betrug im Durchschnitt die Ein­lage 8 Franks auf einen Einwohner; 1852 hat sich diese Ziffer auf 26 Franks gehoben. Auf einen Einleger kamen 1835 durchschnittlich 288 Franks; Ende 1852 aber 333 Franks. – Die bis jetzt bekannten Ergebnisse des Jahres 1853 zeigen sämmmtlich einen weitern Aufschwung der Anstalten.

Der Vergleich der Schweiz mit den übrigen Ländern Europa’s läßt obige Resultate in noch weit günstigerem Licht erscheinen. Während in der Schweiz auf 13 Einwohner ein Sparer kommt, kommt in Sachsen auf 16, in England auf 22, in Hannover auf 37, in Oldenburg auf 40, in Oesterreich auf 40, in Preußen auf 45, in Frankreich auf 63, in Belgien auf 173 Einwohner ein Sparer.