Ein deutscher Nationalhort

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Titel: Ein deutscher Nationalhort
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aus: Die Gartenlaube, Heft 11, S. 355–356
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
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[355] Ein deutscher Nationalhort. Wenn die natürlichen Schätze an Kohle und Eisen der Gradmesser für den Reichtum eines Landes sind, so ist Deutschland nach dieser Seite hin in einer glücklichen Lage; es hat, was das Eisen anbetrifft, durch die Erwerbung von Lothringen zu seinen alten Schätzen an Eisenerz ein neues fast unerschöpfliches Eisenerzlager [356] gewonnen: die lothringischen Minettegruben. Auf französischem Boden bei Nauen beginnend, erstreckt sich diese ungeheuere Schatzkammer am linken Moselufer entlang über Pagny, Novéant, Ars, Metz, Amanweiler bis Diedenhofen, geht dann weiter in das Luxemburger Ländchen hinein bis Düdelingen und tritt dann bei Longwy und Longuyon nach Frankreich zurück. 60 km von 100 km entfallen davon in ihrer größten Mächtigkeit auf Deutschland. Zu zahlreichen Seitenthälern, von Novcant nach Gorze, von Ars nach Gravelotte, von Monlins nach Amanweiler, im Bronvauxthale westlich von Maizieres tritt das Erz zu Tage.

Das lothringische Erzlager ist das mächtigste in Europa nächst dem englischen von Cleveland. Man hat dasselbe ans 2 Millionen Tonnen geschätzt; die Förderung von 1888 mit nahezu 3 Millionen Tonnen zu Grunde gelegt, würde es noch über 700 Jahre vorhalten.

So haben wir alle Ursache, das mit dem Blute der Edelsten unseres Volks erworbene Land eifersüchtig zu hüten als einen Hort unseres Wohlstandes.