Die verhängnißvolle Hochzeit

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die verhängnißvolle Hochzeit
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 132–133
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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748) Die verhängnißvolle Hochzeit.
Annalen a. a. O. u. d. J. 1584. Heckel, Beschreibung der Stadt Bischofswerda. Dresden 1713. S. 284.

Am 24. August des Jahres 1584, als Johann Fabian von Ponikau zur Elstra mit der Edlen Magdelena Lichtenhainin aus Thüringen seine Hochzeit hielt, hat sich bei Einführung der Braut ein solcher Wind erhoben, daß die Pferde vor dem Wagen der Braut stille stehen mußten und nicht fortkommen konnten. Desgleichen ist unter dem Tanze ein Reiter auf einem weißen Pferde in gelben Kleidern in das Haus des Bräutigams gekommen und hat einen solchen Schuß gethan, daß das ganze Haus erzitterte, der Reiter aber ist verschwunden. Endlich ist ein weißer Stein von freien Stücken auf einen Tisch gekommen, den Niemand dorthin gelegt; zwar ist er etliche Male von den Gästen herabgeworfen worden, aber allezeit unvermerkt wieder an seinem Orte gewesen. Diesen Stein hat endlich Wolfgang von Werthern mit sich zum Wunderzeichen nach Thüringen geführt. Am andern Tage hat sich aber das Unglück schon angehoben, denn Siegemund von Maltitz ist von Friedrich von Luttitz gefordert und mitten auf der Straße niedergestoßen worden. Dieser Maltitz hat aber vor seinem Tode viele Vorboten seines Unglücks gehabt: als er nämlich mit seinem Knechte von seiner Heimath weggeritten, ist ihm sein Schwert aus der Scheide gefallen, beinahe hätte er mit seiner Büchse sein eigen Pferd erschossen, und was noch mehr ist, seine Ringe sind ihm vom [133] Finger entzweigesprungen und abgefallen, wie denn auch über dem Tische, da er bei der Hochzeit gesessen, zwei Lichter von selbst auslöschten, welches ihn aber Alles nicht gehindert hat, sondern er ist der unzeitigen Herausforderung gefolgt.